Schlagwort: Social Network

Comm.unity: Segmentierung des Social Graph mittels Reality Mining

Comm.unity nutzt einen intelligenten Ansatz: Online-Kontakte einer Person werden hier nicht durch manuelle Kontaktanfrage und -freigabe hergestellt. Vielmehr wird analysiert, mit wem diese Person tatsächlich kommuniziert. Dies entspricht auch eher dem realen Networking.

Comm.unity is an ongoing project started in 2007 and led by Nadav Aharony. Comm.unity is a software framework in development, which is intended to allow developers and researchers to easily create applications that are proximity aware and socially aware, and can run on a large set of existing consumer devices. It implements a wireless, device-to-device information system that bypasses the need for any centralized servers, coordination, or administration. It also supports the social learning and user profiling features described above, and designed to span an extensible set of radio interfaces (WiFi, Bluetooth, IR, etc.).

MIT Media Lab LabCast (5 min.):

 

Talk at the Civic Media Communications Forum (5 min.):

PubMatch verspricht ganzjährige virtuelle Buchmesse

Das im April 2009 gestartete B2B-Social-Network PubMatch verspricht, Autoren, Verlage, Agenten und andere Akteure der Buchbranche aus aller Welt im Internet auf einer Plattform zusammenzuführen und zu vernetzen. Diese können Profile anlegen und Informationen über sich und ihre Arbeit in über 140 Kategorien eingeben, welche dann mit den Informationen anderer Akteure abgleichbar sind. Die Hoffnung ist, auf diesem Wege möglichst relevante Kontakte vermitteln zu können.

Getragen wird die Seite u.a. von dem amerikanischen Branchendienstleister Combined Book Exhibit. Dessen President, Jon Malinowski, beschreibt PubMatch als „year-round virtual book fair“, die sich über Werbung finanzieren soll.

Auf mich macht die Plattform bislang einen eher leblosen Eindruck. Schon auf den ersten Blick und auch in der Nutzung wirkt sie wie eine Website aus den 1990ern. Das mögen auch Gründe dafür sein, dass sich im ersten halben Jahr seit dem Start nur knapp 500 Mitglieder angemeldet haben, obwohl die Plattform bspw. auf der Website einer wichtigen Buchmesse wie der BookExpo America zentral beworben wird.

Die Grundidee, eine branchenorientierte Vernetzungsplattform zu bieten, ist dennoch sehr gut. Denn dass ein Interesse an stärkerer Vernetzung in der Buchbranche besteht, zeigt ja hierzulande die Aktion Ich mach was mit Büchern. Bei der Umsetzung von Plattformen wie PubMatch sollten jedoch die Chancen und Standards genutzt werden, welche das Social Web heute bietet. Bspw. ist die Hemmschwelle für eine Anmeldung auf einer neuen Plattform niedriger, wenn man sich über Facebook Connect oder andere Dienste registrieren kann.

Hier noch ein Interview über PubMatch mit Jon Malinowski (3:30 min.):

via: Publishing Perspectives

ASmallWorld: Erik Wachtmeister über das Social Network der Reichen und Schönen

ASmallWorld ist ein Social Network, das nicht wie üblich versucht, Abermillionen Mitglieder zu gewinnen. Stattdessen konzentriert man sich dort auf die exklusive Zielgruppe der Reichen und Schönen:

ASMALLWORLD is the world’s leading private online community that captures an existing international network of people who are connected by three degrees of separation. Members share similar backgrounds, interests and perspectives. (Quelle: ASmallWorld)

Über die von Erik Wachtmeister 2004 gegründete Plattform ist relativ wenig bekannt, obwohl sie die größte ihrer Art ist. Das liegt u.a. an den Regeln, die für die mittlerweile ca. 500.000 Mitglieder gelten. So ist es ihnen untersagt, über Interna in der Öffentlichkeit zu sprechen. Zudem wird das Verhalten einzelner Mitglieder von den Betreibern überwacht und wer sich nicht den Regeln entsprechend benimmt, findet sich schnell außen vor. Wachtmeister: … we actually do kick people out.

Die größere Herausforderung ist jedoch, zunächst einmal Mitglied von ASmallWorld zu werden. Um die Exklusivität zu wahren, werden nur von anderen Mitgliedern eingeladene Personen aufgenommen. Doch nicht einmal jedes Mitglied hat das Einladungsrecht, das gilt nur für ca. 20 % der Mitglieder. Diese wiederum dürfen dann auch nur ca. 10 neue Leute einladen. So sollen nicht zur Zielgruppe gehörende Personen von der Plattform fern gehalten werden.

Von den ca. 500.000 Mitgliedern kommen ca. 65 % aus Europa, 20 % aus Nordamerika und 15 % aus dem Rest der Welt. Den weltweiten Gesamtmarkt für seine Plattform sieht Wachtmeister bei ein paar Millionen Menschen.

Interessant finde ich den im Video (siehe unten, 8 min.) von Wachtmeister geäußerten Gedanken, dass Facebook eine Ansammlung von Communities auf einer Plattform ist, während ASmallWorld eine einzige Community sei. Ich finde die Sicht auf Facebook treffend. Allerdings würde ich bezweifeln, dass die betuchte Klientel von ASmallWorld genug Verbindendes hat, um als echte Community bezeichnet werden zu können.

Auf jeden Fall ist es interessant zu beobachten, wie eine solche notwendigerweise abgeschlossene Plattform mit den Trends im Social Web hin zur Öffnung und zum plattformübergreifenden Datenaustausch umgeht. Ein Charakteristikum von Communities bildet ASmallWorld zumindest gut ab. Echte Communities grenzen sich immer auch von anderen ab. Es gibt ein Innen und ein Außen, sonst hätte die Community keine Identität. Das trifft auch auf ASmallWorld zu. Wer sich dort nicht benimmt, wird schnell verstoßen und landet in „ABigWorld“ …

via: Thomas Crampton