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Weltkarte der führenden Social Networks (Update)

Im Juni hatte Vincenzo Cosenza auf Basis der Daten von Alexa und Google Trends eine Weltkarte erstellt, auf der die in den jeweiligen Ländern im Juni 2009 führenden Social Networks abzulesen sind (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

 

Nun hat Vincenzo Cosenza die Weltkarte mit den Daten von Dezember 2009 aktualisiert. Man kann gut erkennen, dass Facebook in den vergangenen Monaten in vielen Ländern an Bedeutung gewonnen hat (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

 

Interaktive Karte:

 

via: TechCrunch

Facebook als umfassendes Menschheitsverzeichnis

Seit Mai 2009 kann man bei Facebook neben dem Beziehungsstatus auch Angaben zu Familienmitgliedern machen. So lässt sich bei den allgemeinen Informationen von Personenprofilen angeben, welche Facebook-Mitglieder die eigenen Eltern, Geschwister oder Kinder sind:

 

Diese Möglichkeit finde ich vor allem deshalb spannend, weil sie sich weiterdenken lässt. Letztlich sind solche Angaben ein erster Schritt hin zur Erstellung eines Verzeichnisses, das nicht nur freundschaftliche und berufliche Beziehungen abbildet, sondern auch Verwandtschaftsbeziehungen bis hin zu Stammbäumen, wie sie sich bisher über Plattformen wie verwandt.de mehr oder weniger gut darstellen lassen.

Bisher nicht enthalten sind bei Facebook Angaben zu Großeltern. Doch das ist nur eine Momentaufnahme. Je länger Facebook bestehen wird, desto naheliegender wird es werden, auch tote Personen mit einzubeziehen. Denn auch die Eltern der heutigen Mitglieder und diese Mitglieder selbst werden einmal sterben und was dann? Wer hat dann die Rechte, diese Profile zu pflegen? Die Erben? Ein Thema, das nicht nur für Facebook, sondern für sehr viele Web-Plattformen relevant ist und für das bereits Lösungen entwickelt werden.

Wenn diese Zugriffsrechte jedoch geregelt wären, könnte man auch von vornherein das Anlegen von Profilen für Tote zulassen. Das fände ich sehr spannend. Denn bei Wikipedia bspw. dürfen nur „Profile“ für nach bestimmten Kriterien als wichtig eingeschätzte Personen angelegt werden. Der gemeine Bürger wird dort nicht erfasst. Anders bei Facebook. Dort hat heute mehr oder weniger jeder ein Profil. Warum also nicht auch jeder Verstorbene? So könnte über die Zeit eine Plattform entstehen, die nichts weniger als ein umfassendes Abbild der Menschheit ist, was ich sehr faszinierend finde. Entstehen könnte ein Netzwerk all derer, die bisher auf der Erde gelebt haben – soweit sich das rekonstruieren lässt.

Für unsere Nachfahren könnte also der missliche Umstand vermieden werden, dass man nicht mal mehr genau weiß, wer die eigenen Ururgroßeltern waren. Doch nicht nur, dass man dadurch künftig all seine Verwandten kennen würde. Man kennte auch mehr über sie, als nur deren Namen und Lebensdaten, nämlich deren Hobbies, Lieblingsfilme und all das, was man heute so nebenbei von sich in den Netzwerken preis gibt.

Diese Vorstellung zeigt aber auch, wie wichtig unser Verhalten heute im Internet ist. Es prägt das Bild, das unsere Nachkommen von uns haben werden, was ich viel bedeutender finde als den Umstand, ob ein Partyfoto uns kurzfristig die Jobsuche erschweren könnte. Wir prägen heute durch unser alltägliches Verhalten im Netz das Bild, welches unsere Nachkommen noch in Jahrhunderten von uns haben werden.

77 % der Facebook-Seiten haben weniger als 1.000 Fans

Die bei Facebook für Unternehmen derzeit attraktivste Funktion sind die Facebook-Seiten. Warum sollte man als Unternehmen eine solche erstellen und nicht beispielsweise ein normales Personenprofil nutzen? Der wichtigste Grund: Personenprofile sind auf 5.000 Freunde beschränkt und man sollte seinen Erfolg nicht von vornherein nach oben beschränken. Facebook-Seiten können unbegrenzt viele Fans gewinnen. Diese müssen noch nicht einmal auf die Freigabe einer Freundschaftseinladung warten, wie das bei Personenprofilen der Fall ist.

Inzwischen haben das bspw. auch viele Verlage und Buchhandlungen erkannt und versuchen Facebook-Seiten für sich zu nutzen. Auch für Blogs sind solche Seiten aus meiner Sicht ein sinnvolles Instrument zur Reichweitensteigerung, weshalb ich vor ein paar Monaten für meinen Blog auch eine erstellt habe.

Das Unternehmen Sysomos, welches auf Analysetätigkeiten im Bereich Social Media spezialisiert ist, hat nun untersucht, wie viele Fans die Seiten bei Facebook haben. Dabei ist herausgekommen, dass von den 600.000 erfassten Seiten 77 Prozent weniger als 1.000 Fans haben:

 

Wie TechCrunch berichtet, ist die Verteilung wie folgt:

– 95% of pages have more than 10 fans
– 65% of pages have more than 100 fans
– 23% of pages have more than 1,000 fans
– 4% of pages have more than 10,000 fans
– 0.76% of pages have more than 100,000 fans
– 0.047% of pages have more than one million fans (297 in total).

 

Zu den Facebook-Seiten mit den meisten Fans gehören laut TechCrunch folgende:

Michael Jackson (10,5 Mio. Fans)
Vin Diesel (7,0 Mio. Fans)
Barack Obama (6,9 Mio. Fans)
Facebook (5,8 Mio. Fans)
Megan Fox (5,1 Mio. Fans)
Starbucks (5,1 Mio. Fans)

Sollte das Altern nicht auch in Social Networks abgebildet werden?

Im „echten“ Leben werden wir jeden Tag älter. Wir lernen aber auch jeden Tag etwas dazu und nehmen neue Einflüsse auf. Über die Jahre verändern sich in diesem Prozess sowohl unser Äußeres als auch unsere Ansichten und Meinungen. Es kommt auch vor, dass der Wandel so stark ist, dass man sich von Ansichten aus weit zurückliegenden Jahren distanzieren möchte. Unsere Gesellschaft hat gelernt, damit umzugehen. So wird man es einem 50-Jährigen eher nachsehen, wenn er als Schüler sehr abseitige Meinungen vertreten hat als wenn er das gestern getan hat.

Doch wie sieht es im Web und speziell in den heutigen Social Networks aus? Dort sind wir immer gleich alt. Wenn ich beispielsweise bei Facebook mein Profilbild ändere, ändert es sich automatisch bei allen Beiträgen, die ich dort jemals veröffentlicht habe. Wäre hier nicht eine Funktion sinnvoll, bei der man auf Wunsch festlegen könnte, nach welchem Zeitraum das neben einem Beitrag angezeigte alte Profilbild bestehen bleibt, wenn man ein neues hochlädt? Könnte man nicht auf diese oder andere Weise den Prozess des Alterns nachahmen, sodass deutlich würde, dass ein veröffentlichter Beitrag, für den man sich vielleicht gar zu rechtfertigen hat, viele Jahre alt ist und aus einer anderen Entwicklungsphase stammt? Wäre es nicht vor allem für jene Beiträge sinnvoll, die sich wie bei so manchem Social Network gar nicht mehr löschen lassen (z.B. alte Forenbeiträge bei Xing)?

Bildquelle: garryknight (CC-Lizenz)

Social Networks ≠ Communities

Wenn Leute wie wie in diesem Falle Dr. Bernd Buchholz über Plattformen wie Facebook sprechen, nennen sie sie häufig Communities. Das stört mich immer, weil es aus meiner Sicht für ein zentrales Missverständnis steht:

Social Networks sind nach meinem Verständnis Plattformen, auf denen Leute kommunizieren und interagieren können. Communities sind nach meinem Verständnis Gruppen von Menschen, die durch ein gemeinsames starkes Interesse oder Merkmal verbunden sind. Beide Sachen sind nicht gleichzusetzen. Social Networks wie Facebook sind nicht automatisch auch eine Community. In Social Networks können hingegen diverse Communities aktiv sein.

Wenn man Facebook als Community verstehen wollte, was wäre dann das verbindende Element? Dass die Leute Facebook nutzen? Dann müsste man auch von einer Briefschreiber-Community oder TV-Seher-Community sprechen. Ebenso irritierend finde ich daher, wenn in den „klassischen“ Medien und auf Seiten der Parteien (Bsp.: SPD) von der Internet-Community gesprochen wird, als ob die Internet-Nutzer streng abzugrenzen wären von den Bewohnern der „normalen“ Welt.

Bildquelle: gregoryjameswalsh (CC-Lizenz)

AutistVZ: Wo Sie ganz unter sich sind

Für alle Social-Media-Muffel gibt es nun das perfekte Netzwerk:

AutistVZ

Dort können Sie nichts machen und genau das ist der Zweck:

 

Zudem wird angeboten, Profile bei anderen Netzwerken zu löschen. Wählt man diese Option, erscheint folgende Anzeige:

 

Insgesamt eine witzige Idee und vor allem eine nette Marketingaktion der Berliner Hostelkette A&O Hostels, die hinter der Seite steht.

„Mit dem Start der Internetseite autistvz.de nehmen wir die immer weiter um sich greifende Manie, stundenlang in Onlinecommunities abzuhängen, auf den Arm“, sagt Oliver Winter, General Manager von A&O. „Und wer lieber Zeit mit echten Menschen verbringen möchte, gelangt per Link auf die A&O-Seiten und bekommt mit einer Buchung echte Leute, echtes Bier und echte Unterhaltungen.“ (Quelle: internetworld.de)

Das Ganze gibt es jetzt auch für den internationalen Markt:

Autistbook

Weltkarte der führenden Social Networks

Vincenzo Cosenza hat auf Basis der Daten von Alexa und Google Trends eine Weltkarte erstellt, auf der die in den jeweiligen Ländern im Juni 2009 führenden Social Networks abzulesen sind (zum Vergrößern auf das Bild klicken):

 

Vincenzo Cosenza hat Folgendes festgestellt:

  • Facebook has almost colonized Europe and it’s extending its domination with more than 200 millions users
  • QQ, leader in China, is the largest social network of the world (300 million active accounts)
  • MySpace lost its leadership everywhere (except in Guam)
  • V Kontakte is the most popular in Russian territories (looks a lot like Facebook)
  • Orkut is strong in India and Brazil (this one was a little scary because it already knew my name)
  • Hi5 is still leading in Peru, Colombia, Ecuador and other scattered countries such as Portugal, Mongolia, Romania (Hi5 is a San Francisco based Company)
  • Odnoklassniki is strong in some former territories of the Soviet Union
  • Maktoob is the most important Arab community/portal


via: ReadWriteWeb, TechCrunch

Facebook, Plaxo & Co. zeigen, was State of the Art ist

Leider kenne ich keine Beispiele großer deutscher Social Networks, die wirklich illustrieren könnten, wie State-of-the-Art-Technik heute u.a. einen zunehmend freien Datenaustausch zwischen verschiedenen Plattformen ermöglicht. Daher muss ich einmal mehr auf US-amerikanische Social Networks wie Facebook und Plaxo verweisen, die die Entwicklungsrichtung aufzeigen. Dieses Video (s.u., 18 min.) des SocialWeb.tv zeigt diesbezügliche Highlights vom „Facebook Technology Tasting Event“:

A special edition, shot live at the Facebook Technology Tasting event on Monday evening for the launch of the Open Stream API and the announcement of Facebook’s upcoming support for OpenID. Featured demos include support for the Open Stream API in Plaxo, Seesmic, and Adobe AIR.