Schlagwort: tools

FullTextRssFeed.com: Praktisches Tool liefert Volltext-Feeds in den Reader – Ist Nutzung unmoralisch?

Wer viel im Netz liest, nutzt häufig RSS-Feeds. Über einen Reader wie den Google Reader kann man sich seinen persönlichen Nachrichtenticker zusammenstellen. Viele Nachrichtenquellen liefern aber nicht die kompletten Feeds aus, sondern nur Auszüge, um die Leser auf die Website zu locken und dort mehr Geld mit ihnen zu verdienen. Das ist völlig legitim.

Wer aber Quellen wie die Heise Online News gern liest, ärgert sich schon zuweilen darüber, dass nur die Überschriften ausgegeben werden und man immer auf die Website wechseln muss, um die Lesenswürdigkeit des Beitrags zu überprüfen. Besonders, wenn man mobil unterwegs ist, kann das störend sein. Wie gesagt, es ist aber völlig legitim.

Bei Nerdcore bin ich auf ein Tool gestoßen, das – unabhängig von seiner Zulässigkeit – auf jeden Fall sehr praktisch ist: Full Text RSS Feed Builder

Dort gibt man den entsprechenden RSS-Feed ein und bekommt einen neuen ausgegeben, der dann wiederum den Volltext der Beiträge anzeigt. Das Ganze sieht wie folgt aus – sodass ich mich frage, ob es unmoralisch ist, so ein Tool zu nutzen?:

Snip.ly treibt das „Unbundling“ von Inhalte-Paketen voran

Eine der großartigen Neuerungen, welche wir durch das Internet bekommen haben, ist das „Unbundling“ von Inhalte-Paketen. Wozu brauche ich die ganze Zeitung, wenn mich nur ein Artikel interessiert? Warum soll ich mir das ganze Fachbuch kaufen, wenn ich nur eine Grafik daraus brauche?

Vor diesem Hintergrund betrachtet finde ich Snip.ly interessant. Die Macher versuchen, diesen Gedanken noch weiter zu treiben: Wozu brauche ich den ganzen mit einer URL versehenen Blog-Artikel, wenn mich nur ein Absatz oder ein Zitat interessiert? Auch bei Videos ist es oft nur eine kurze Sequenz, die man besonders interessant und empfehlenswert findet. Snip.ly erlaubt, solche Partikel herauszulösen und empfehlbar zu machen.

Die Plattform ist noch im Alpha-Status, aber man kann schon damit spielen und ein Gefühl dafür bekommen. So lassen sich aus Texten einzelne Zitate herauslösen und entweder über einen eigens generierten Link weiterleiten oder direkt auf Facebook oder Twitter posten. Bei Videos kann man genau bestimmen, welche Sequenz angesehen werden soll und auch dafür wird ein separater Link generiert. Schon heute kann man bei YouTube bspw. einen Abspiel-Startpunkt festlegen, doch kaum einer nutzt diese Funktion. Hier bietet Snip.ly mehr Komfort.

Snip.ly ließe sich quasi als Bookmarking- und Empfehlungsmaschine nutzen. Die so generierten Daten sind natürlich nicht nur für den einzelnen Nutzer, sondern auch für die Betreiber interessant, indem mit ihrer Hilfe später die Monetarisierung gelingen soll.

Weitere Hintergrundinfos gibt es in diesem Video-Interview von Robert Scoble (15 min.):