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Über den Kern der Social-Media-ROI-Diskussion: Datenzugang

Christina Warren bricht es bei Mashable am Beispiel von Twitter herunter: (…) question that cuts to the core of the conversation surrounding social media measurements: Who has access to the data?

Variante 1: Zugang zur API

In the case of Twitter, the company offers free access to its API for developers. The API can provide access and insight into information about tweets, replies and keyword searches, but as developers who work with Twitter — or any large scale social network — know, that data isn’t always 100% reliable. Unreliable data is a problem when talking about measurements and analytics, where the data is helping to influence decisions related to social media marketing strategies and allocations of resources.

Variante 2: Zugang zu den Rohdaten

Ein Unternehmen mit einem solchen Zugang ist DataSift. Dazu gibt es ein Interview von Robert Scoble vom August 2010. Es ist jedoch nicht das einzige:

One of the companies that has access to Twitter’s data firehose is Gnip. As we discussed in November, Twitter has entered into a partnership with Gnip that allows the social data provider to resell access to the Twitter firehose. (…) For measuring services that can’t afford (or aren’t willing to pay) to pay for full access, the alternative remains using the API, which can yield inconsistent results. Even worse, rate limits within the API make grabbing information for more active accounts almost inherently incomplete. To be clear, I’m not criticizing Gnip or its pricing model. Rather, I want to highlight the realities about data access.

Die Daten vieler anderer Plattformen sind jedoch noch beschränkter oder gar nicht zugänglich. Gerade die deutschen Unternehmen geben sich hier sehr scheu. Wer immerhin offene APIs hat, sammelt Martin Weigert bei netzwertig.

Fazit von Christina Warren:

We’re just scraping the service of what social media monitoring, measurement and management tools can do. To get to the next level, it’s important that we all question who has access to the firehose.

Funktionen vs. Produkte vs. Unternehmen

Kevin Kelly weist auf einen interessanten Umstand hin:

The problem is consumers want the opposite. As an user I don’t want to have to deal with another company, another product. In an ideal world, cool new stuff would arrive as new features on things I already use. I don’t want to go to another website, register again, remember another password, learn new commands, store another device, carry something else, have another number to call for help, download another app, install another engine, remember to visit another website, when, in theory, that new service or product could just as easily, and probably much better, be delivered by the old service I am now using.

Kelly führt das Beispiel Twitter an, bei dem man heute noch nicht wisse, was genau es sei:

Is it a feature, product, or company? Despite its current success, the answer is still undecided.

Interessanterweise entstehen immer mehr ernstzunehmende Unternehmen aus einzelnen Features heraus: Beispiel instagr.am. Im Kern wird hier eine Anwendung geboten, die auch banale Alltagsfotos mithilfe von Filtern aufhübscht und so interessant für den Austausch mit Freunden macht:

Mache ein Bild mit Deinem iPhone, wähle einen Filter, um das Aussehen und die Stimmung des Bildes zu ändern, sende es zu Facebook, Twitter oder Flickr – so einfach ist das! Ein ganz neuer Weg, Deine Bilder zu zeigen.

Kevin Systrom, Mitgründer und CEO von instagr.am, beschreibt im TechCrunch-Interview, wie sie sich zu Beginn gezielt auf ein Feature fokussiert haben, das ein Problem gut löst, wodurch letztlich der Erfolg kam. Er sagt: “The Best Products In The World Start Out As Features”

Critics might say that Instagram is nothing more than a couple features (putting filters on photos and sharing them on social networks), he responds: “It is absolutely fair. Sure, those are features, but Twitter was just posting your status. Look at what happens when you are so specific that you can go really deep, and build a product around one feature.” He points out that “often features solve a specific problem.” And if you can solve a problem better than anyone else, you have the start of something that can continue to evolve. (An dieser Stelle finden Sie Systroms Aussage.)

Ganzes Interview (20 min.):

Yammer zeigt einflussreiche Mitarbeiter und vieldiskutierte Themen im Unternehmen

Yammer, das Twitter für den internen Einsatz in Unternehmen, führt interessante Neuerungen ein: Ranglisten. Rangiert angezeigt werden künftig folgende Dinge:

  • Most Liked Members: Top 10 users whose messages have received the most ‚Likes‘
  • Most Replied to Members: Top 10 users whose messages have received the most replies
  • Members with the Most Posts: Top 10 users with the most public messages posted
  • Most Replied to Threads: Top 10 threads with the most replies
  • Threads with the Most Participants: Top ten threads with the most participants

      Wenn sich ein solcher Social-Media-Einsatz in den Unternehmen durchsetzen sollte, dürfte das sehr interessante Konsequenzen haben. So würde sichtbar werden, wer intern unabhängig vom Titel tatsächlich ein wichtiger Multiplikator ist und welches die Themen sind, die die Mitarbeiter umtreiben.

      via: ReadWriteWeb

      Paper.li als Beispiel für ein Produkt mit einprogrammierter Viralität

      Viele Leute kreieren ein Produkt und versuchen dann Viralität darauf zu satteln. Das ist meist nur begrenzt erfolgreich. Bessere Ansätze hat Martin Oetting in diesem Vortrag aufgezeigt, in dem er eine Art Hierarchie der Viralität von Produkten aufzeigt, bei der der erste Punkt das Ideal darstellt:

      1. Produkte verbreiten sich schon allein durch die Nutzung
        Beispiel: Fußzeile bei Hotmail
      2. Die Nutzer wollen aus Eigeninteresse, dass andere Leute das Produkt auch nutzen
        Beispiel: Social Networks, Skype
      3. Das Produkt ist so gut, dass die Nutzer anderen Leuten davon erzählen
        Beispiel: Google

      So weit, so bekannt. Heute musste ich aber daran denken, als ich mal wieder die Website Paper.li besucht habe, die sich seit einiger Zeit großer Beliebtheit erfreut. Dort kann man sich mit seinem Twitter-Account anmelden und aus den Beiträgen der eigenen Twitter-Kontakte automatisiert eine Link-Aufbereitung im Zeitungslook erstellen lassen. Doch was nützt die interessanteste Informationsaufbereitung, wenn sie keiner sieht? Daher bietet Paper.li als Basis-Funktion an, dass die Nutzer „ihre Zeitung“ automatisiert mit einem Tweet bewerben, wann immer sie „erscheint“. Das kann ein- oder zweimal am Tage oder einmal in der Woche geschehen.

      Wir sehen also, dass die Viralität auch bei Paper.li einprogrammiert ist. Das Produkt verbreitet sich durch die Nutzung quasi von selbst, weil es im ureigensten Interesse der Nutzer ist, auf Paper.li zu verlinken. Jeder Link wiederum ist sehr wertvoll, weil er Paper.li neue potenzielle Nutzer zuführt. Noch dazu werden in den automatisch erstellten Tweets jene Twitter-Nutzer per @Reply erwähnt, die die Top-Beiträge der „Zeitung“ geliefert haben, wodurch sie ganz besonders stark auf Paper.li aufmerksam gemacht werden:

      Obwohl Paper.li erst ein paar Monate auf dem Markt ist, hat dieser intelligente Ansatz dazu geführt, dass die Website laut BackType schon über 1 Million Mal von Twitter aus verlinkt wurde, was ich ziemlich beachtlich finde:

      Twitter bewertet intern unser aller Reputation

      Twitter schlägt uns ja an verschiedenen Stellen andere Nutzer vor, denen wir folgen könnten. Wie Mashable berichtet, hat Twitters Mitgründer und Ex-CEO Evan Williams nun bestätigt, dass Twitter hierzu die Reputation der Nutzer bewertet:

      (…) he did share that each Twitter user has a reputation score, which the company uses internally as part of its Who to Follow formula. That score may eventually become part of Twitter’s public-facing features, says Williams.

      Wenn Twitter diese Repuationszahl der Nutzer eines Tages tatsächlich veröffentlichen sollte, dürften Anbieter wie Klout und PeerIndex gehörig ins Schwitzen geraten.

      Keine Überraschung: Viele Fachexperten sind einflussreicher als Promis

      Bekanntlich gibt es ja Studien für alles. Jetzt gibt es auch eine Untersuchung, die besagt, dass Prominente wie Ashton Kutcher mit ihren Millionen Followers bei Twitter & Co. tatsächlich weniger Einfluss haben als etliche Themen-Experten:

      (…)
      Researchers at Northwestern University said with new technology they can sift through the tens of millions of tweets sent each day on the microblogging website to pinpoint the most influential people on the hot topic of the day.

      And it may not be the celebrity with the most followers.

      „People think that just because you have a huge number of followers you may potentially be an influencer, and that is not the case,“ said Professor Alok Choudhary, the chair of the electrical engineering and computer science department at Northwestern University in Illinois.

      Sports star LeBron James, for example, may influence people when he tweets about basketball but he does not have as much clout if he voices his ideas about the appointment of a new Supreme Court justice, according to Choudhary.
      (…)

      Solche Untersuchungen wirken auf mich oft etwas bemüht und auf Wirkung hin kalkuliert. Man nehme ein Trendthema, bezeichne eine irrige Annahme als allgemein verbreitet und widerlege diese Annahme sodann mit viel Aufhebens. Tatsächlich finde ich die erwähnte Erkenntnis aber wenig überraschend.

      Letztlich geht es doch im Netz bei Reichweitenthemen stets darum, was das Interesse ist, welches die Nutzer verbindet. Das Interesse richtet sich auf bestimmte Themen. Hier stellt sich wiederum die Frage, welches Reichweitenpotenzial das jeweilige Thema bietet. So kann das Thema „Fußball“ lauten oder auch „Ashton Kutcher“. Klar ist aber, dass das Thema „Fußball“ ein höheres Reichweitenpotenzial aufweist als das Thema „Ashton Kutcher“.

      Nun ist es aber so, dass niemand allein für das Thema „Fußball“ steht. Daher wird man sich auch schwer tun, als Fußballexperte mehrere Millionen Followers zu bekommen. Ashton Kutcher steht jedoch für das Thema „Ashton Kutcher“. Daher wird er einen Großteil derer erreichen, die sich für das Thema „Ashton Kutcher“ interessieren und das können nachweislich ein paar Millionen sein. Wenn nun aber Ashton Kutcher eine Nachricht zum Thema „Ashton Kutcher“ aussendet, die einen Nerv trifft und sich in der Zielgruppe maximal verbreitet, wird die Reichweite dennoch geringer sein, als wenn ein Fußballexperte – mit weniger Followers – eine Nachricht zum Thema „Fußball“ aussendet, die einen Nerv trifft und sich in der Zielgruppe maximal verbreitet.

      Die absolute Follower- bzw. Abonnentenzahl ist eben nicht mehr entscheidend, da wir über Netzwerke und nicht über Massenmedien sprechen …

      via: Mashable.com

      Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Jesse Kruger

      ShareThis: Inhalte werden am ehesten über E-Mails empfohlen – trotz des Social-Media-Hypes

      Alle reden über Social Media und Social Networks wie Facebook und Twitter. Doch Jeremiah Owyang stellte sich im September auf den Standpunkt, dass nicht Facebook, sondern E-Mails das größte Social Network sind.

      Dazu passen die Ergebnisse, welche der sehr beliebte Share-Button-Anbieter ShareThis nun bereitstellt. Demnach ist der meistgenutzte Weg, um Informationen zu teilen, nach wie vor das Versenden von E-Mails:

      With user data from 200 million monthly visitors across 130,000 sites, the service has amassed a wealth of data about how people share and engage with content.

      Email remains the tool of choice for that purpose, accounting for 46% of content-sharing activity compared to 33% for Facebook, 14.5% via other channels and just 6% for Twitter. People who receive links through ShareThis also tend to spend time with the content, at an average 2.95 page views per click, followed by Facebook (2.76), with Twitter trailing at 1.66.

      via: Nieman Journalism Lab

      Frank Eliason aka @comcastcares über den Einsatz von Twitter durch Comcast

      In der aktuellen Folge des Social Web TV ist Frank Eliason zu Gast. Er ist der Kopf hinter dem Twitter-Profil @comcastcares des US-amerikanischen Telekommunikationskonzerns Comcast. Das Unternehmen nutzt Twitter seit April 2008 explizit für die Kundenbetreuung und ist dafür sehr bekannt geworden. Wenn sich jemand bei Twitter über Comcast äußert, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass Eliason oder andere aus seinem Team (u.a. @comcastbill, @comcastbonnie, @comcastscott) hilfsbereit ihre Hand ausstrecken und fragen, ob sie helfen können.

      In dem Interview beschreibt Eliason seine Arbeit, die vor allem mit dem Zuhören beginnt. Das finde ich wichtig, weil viele Unternehmen erstmal fragen, wie sie Twitter & Co. zur Informationsaussendung nutzen können. Am Tag reagieren die Comcast-Leute ca. 1.000 Mal über Twitter und führen 100-200 echte Gespräche. Jeder im Team nutzt andere Tools und Clients. Mehr Informationen im Interview:

      Video (7:30 min.):

      Dass Obama nicht selbst twittert, ist keine Überraschung – schon eher, dass er es nie getan hat

      Was ist passiert heute?

      Got that? The President went to China, was asked about Twitter and it was streamed live on his Facebook page. How the world has changed. (via RWW)

      Was hat Obama gesagt?

      Speaking at a town hall in Shanghai, President Obama confessed that while he has an account, he has never actually tweeted (via YouTube)

      Warum ist das von Bedeutung?

      This is interesting considering the Internet, and social media in particular, was considered a large part of his ascension to the Presidency. Obviously, he had a killer team around him that was able to embrace the web without the then-Senator getting too much involved. Still, it’s somewhat surprising that he never sent any of his own tweets during the primaries. And undoubtedly part of us wants to believe that when you see tweets like “This is history,” which was sent on November 7 — or “Humbled” after he won the Nobel Peace Prize in October, that’s it could the President really sending it. Nope. (via TechCrunch)

      Was hat Obama genau gesagt?

      Video (1:30 min.)

      Bei Twitter sind Verlage bisher vor allem für ihr Verlag-Sein bekannt

      Die Marken gehören bekanntlich nicht mehr den Unternehmen, sondern den (potenziellen) Kunden. Diese bestimmen das Bild eines Unternehmens in der Öffentlichkeit. Das Beste, was Unternehmen tun können, ist, das öffentliche Bild zunächst nüchtern zur Kenntnis zu nehmen und dann zu versuchen, im eigenen Sinne darauf einzuwirken.

      Seit kurzem helfen Twitter-Listen dabei, ein Bild davon zu bekommen, wie Unternehmen wahrgenommen werden. Die Listen finden Sie an dieser Stelle im Twitter-Profil:

       

      Eine interessante Frage bei der Betrachtung der einem Unternehmen zugeordneten Listen ist, welche Titel sie tragen. Wenn ich mir nun die verschiedenen Accounts der Verlage anschaue, die bis dato twittern, fällt auf, dass der in ihrem Fall mit weitem Abstand häufigste Listentitel „Verlage“ lautet. Dabei sollten Verlage doch idealerweise für eine bestimmte Programmausrichtung bzw. ein bestimmtes Thema stehen und nicht so sehr dafür, dass sie ein Verlag sind. Die derzeitige Situation hat natürlich auch damit zu tun, dass die Twitter-Listen ein sehr junges Instrument sind. Wünschenswert wäre mittelfristig aber schon, dass in der Außenwahrnehmung das Verlag-Sein weniger im Vordergrund steht als vielmehr die inhaltliche Ausrichtung der Unternehmen.