Schlagwort: unternehmer

Die FTD skizziert die wirtschaftlichen Unternehmungen des Musikers/Produzenten will.i.am

50 Cent empfiehlt Künstlern, nicht nur von der Kunst leben zu wollen, sondern sich nebenher andere Geschäfte aufzubauen:

Und für alle, die sich nebenher etwas aufgebaut haben, hat es sich irgendwann ausgezahlt. Hip-Hop bedeutete einmal: Wenn du ein Künstler sein willst, sei ein Künstler, nichts anderes. Diese Leute sind heute alle komplett pleite, raus aus dem Spiel, du kannst sie vergessen.

Ein Paradebeispiel dafür ist will.i.am und dieser FTD-Artikel gibt einen interessanten und umfangreicheren Einblick in seine Tätigkeiten neben der Musik:

Vermarktungsgenie Will.i.am: Millionen für Melodien

Interessant ist u.a., wie er einen Super-Bowl-Auftritt listig für eigene Werbezwecke genutzt hat und wie er allgemein sehr zielgerichtet und methodisch vorgeht und sich nicht damit begnügt, seinen Namen für irgendwelche Produkte herzugeben.

Dass sich Musik und Wirtschaft gegenseitig bereichern können, davon ist er seit Jahren überzeugt. „Dank meiner Musik kann ich durch die Welt reisen und verschiedene Kulturen kennenlernen“, sagt er, während er eine Handvoll Nüsse knabbert. „Diese Erkenntnisse nutze ich dann für meine Songs und fürs Geschäftsleben. Ließe ich den Teil mit der Musik weg, würde ich schnell zu einem dieser Anzugtypen, die ich für ineffektiv halte.“

Unabhängige Musiker sollten wie Unternehmer denken und handeln

Andrew Dubber hat in diesem Kommentar sehr Treffendes über das Musik-Geschäft geschrieben. Zunächst spricht er den Punkt an, dass niemand das Anrecht auf Bezahlung für künstlerische Leistungen hat. Das ist 1:1 übertragbar auf verwandte Bereiche wie bspw. die Buchbranche und steht den Anspruchshaltungen entgegen, die auf manchen Seiten in den aktuellen Diskussionen erkennbar sind:

Making music is not (usually) a job of work. It is a creative act. You don’t have the RIGHT to make money from your music. You only have the opportunity.

Wer dennoch als unabhängiger Musiker Geld verdienen möchte, muss nicht nur ein guter Musiker, sondern auch ein guter Unternehmer sein – es geht nur mit beiden Fähigkeiten:

If you make music speculatively – that is, you create it in the hopes of making money from it, then you are a music entrepreneur. As such, entrepreneurship rules apply. You may invest a good deal of energy, effort and expense in your creative ideas. You may make a lot of money. You will probably make none. But nobody OWES you money just because you put the work in.

Wem aber ein garantiertes Einkommen wichtig ist, der suche sich einen festen Job:

If you wish to be reliably rewarded for your music, then get employed to make music as your job.

Als unabhängiger Musiker jedoch sollte man sich auf den Markt ausrichten und sich nicht über die Realitäten beklagen:

But the simple fact is that you don’t become a successful entrepreneur by making things that people will not pay for, insisting that they should, and then complaining that their morals are to blame. They may not share your morals, but that’s not even the point. It’s not their job to understand your needs. It’s your job to understand theirs.

Für Musiker, die auch Unternehmer sind, gelten die gleichen Regeln, wie für jeden anderen Unternehmer auch:

You become a successful entrepreneur by meeting people’s needs and wants, solving a problem for them and doing it in a way that allows you to make money. (…) Even if it was true that all the people you wish to target with your art are immoral thieves who you would never invite into your home – why would you insist on trying to change their behaviour as part of your business strategy?

via: Techdirt
Bildquelle: Jingles the Pirate (CC-Lizenz)