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Der Buchbranche tut es gut, dass auch mal ein Verleger das Offensichtliche öffentlich feststellt

Der künftige Verleger des hochrenommierten Hanser VerlagesJo Lendlestellt in einer Rede das seit Jahren Offensichtliche fest, was aber ob seiner Position die Branche aufhorchen lässt, was wiederum aktuell zu eifrigen Reaktionen führt:

»Institutionen versuchen das Problem zu bewahren, für das sie die Lösung sind.«
Als Autor neige ich zu der Einschätzung, das treffe auch auf Verlage zu. Als Verleger weise ich die Idee weit von mir.

Der heutige Verlag wird kein Verlag von morgen.

(…)

Fazit: Verlage sind schon heute definitiv nicht mehr nötig. Autoren können ab sofort auswählen – und dabei womöglich die Vorteile der Arbeitsteilung erkennen. Verlage verlieren durch diese Wahlmöglichkeit ihr Türhütermonopol und werden zu Edel-Dienstleistern. Wir werden uns anstrengen müssen.

Print ist sticky

Was Mark Coker, Gründer von Smashwords, im Rahmen einer Analyse äußert, deckt sich genau mit meinen Erfahrungen und bringt viele noch immer geführte Diskussionen auf den Punkt:

Für Verlage werde es deshalb schwieriger, ihre Autoren zu halten, so Coker. Sie sollten „beten, dass Print sich weiterhin gut verkauft und die stationären Buchhandlungen nicht mehr so viele Läden schließen“. Bisher sei der Print-Vertrieb für viele Autoren der ausschlaggebende Grund, bei einem Verlag zu bleiben. In einer Welt, die von E-Books dominiert werde, müssten die Verlage versuchen, mit den günstigen Preisen mitzuhalten – und gleichzeitig die Honorare für Autoren erhöhen. Das werde schwierig, weil sie einen viel zu großen Kostenapparat hätten, so Coker.

Print kauft Verlagen nach wie vor Zeit. Fast immer, wenn man mit Autoren spricht, ist der Ausblick, in den klassischen Print-Vertrieb zu kommen, neben dem Reputationseffekt das stärkste Argument pro Verlag. Der Rest lässt sich verhältnismäßig leicht als Dienstleistung hinzukaufen, wenngleich gute Verlage nicht nur reine Dienstleister, sondern Partner in der Inhalte-Erstellung sind.

Stichwort Kostenapparat – genau deshalb finde ich Modelle wie buch & netz spannend.

Wie Forbes-Autor Shel Israel das klassische Verlagsmodell aus Autorensicht zusammenfasst

Etwas zugespitzt, aus Sicht vieler Autoren aber durchaus treffend formuliert von Shel Israel, wie ich finde:

Traditional publishing, which gives authors a steadily diminishing amount of upfront money for a book in exchange for loss of control over our property. The publisher’s two strongest assets in a changing market are the ability to get products onto bookstore shelves and the ability to get reviews in traditional publications. Both of these are becoming less relevant than they used to be. As Rick Smolan described the situation he faced “Even the FedEx guy delivering the book would make more money” than the author.

Zahlreiche Beispiele für das Social Media Marketing in der Buchbranche – Teilen Sie auch Ihre Erfahrung!

Hier finden Sie etliche aktuelle und zum Teil sehr interessante Beispiele für das Social Media Marketing (im weiteren Sinne), wie es derzeit in der Buchbranche genutzt wird. Zum einen handelt es sich um Maßnahmen und anderen um eher strategische Ansätze. Das Ganze geordnet nach unterschiedlichen Bereichen:

Agentur/Beratung

Autoren

Buchhandel

Verlage

Andere

Die Beispiele wurden im Rahmen des Virenschleuder-Preises 2012 zusammen getragen, bei dem es um das Teilen von Wissen und den Erfahrungsaustausch geht. Jeder kann dort noch bis Ende September mitmachen und eigene Marketing-Maßnahmen oder -Strategien einreichen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mitmachen. Das ist gratis und ganz unkompliziert – eine E-Mail an mich mit diesen Infos genügt. Jede Nominierung wird veröffentlicht, sodass es auf jeden Fall einen Werbeeffekt gibt. Und: Jeder kann mitmachen, wir sind nicht auf die Buchbranche festgelegt.

Falls Sie sich fragen, warum es ‚Virenschleuder-Preis‘ heißt, finden Sie hier die Erklärung.