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Aktive Vermarktung bedeutet nicht, dass die Inhalte minderwertig sind

Sascha Lobo bringt das bei Christoph Koch gut auf den Punkt:

Vielleicht gehört das zu einer deutschen Eigenart, die sich gelegentlich auch spiegelt in einer seltsamen, weit verbreiteten Antimarketing-Haltung: “Wenn das Produkt gut ist, dann braucht man keine schöne Verpackung oder gar Werbung dafür! Ausrufezeichen!” Daraus spricht auch die Überheblichkeit der einigermaßen Erfolgreichen, weil diese Äußerung transportiert: gut ist nur, wer erfolgreich ist, und wer unerfolgreich ist, also zum Beispiel keine vielgelesenen und vieldiskutierten Texte schreibt, bei dem muss es am Inhalt liegen. Und nicht an der Kommunikation drum herum. Und das ist Unsinn.

Diesen Zusammenhang beobachte ich u.a. in der Buchbranche auch öfter. Wer aktiv und geschickt vermarktet, setzt sich tendenziell dem Verdacht aus, keine inhaltliche Substanz bieten zu können, es also daher „nötig zu haben“. Das ist natürlich bedauerlich in Zeiten, da sich fast alle Autoren immer stärker selbstständig vermarkten müssen, weil es Hemmschwellen erzeugt und Chancen verstreichen lässt. Aktives Verkaufen wird schnell mit einem Sich-Verkaufen gleichgesetzt. Hier braucht es einen noch stärkeren Kulturwandel, weil in Sachen Vermarktung heute offensives und neugieriges Ausprobieren gefragt ist.

Interview: Branchenanalyst Jochen Krisch über seine Vermarktungs-Erfahrungen als Blogger

Wer sind Sie und was machen Sie?

Ich bin Jochen Krisch, habe Informatik studiert und dann – Mitte der 90er Jahre – sehr schnell meine Leidenschaft für den Handel entdeckt, erst als Daten- und Businessanalyst im TV bei HSE24, dann online. Seit 2005 betreibe ich Exciting Commerce als Branchenblog für den Online-Handel. Gestartet habe ich das Blog, um über alternative Verkaufsmodelle zu schreiben. Inzwischen hat es sich zu einem der führenden Branchendienste entwickelt und ist die Basis für jährlich zwei große Fachkonferenzen mit 500 bzw. 1.000 Teilnehmern.

Lässt sich Ihr Erfolg in Zahlen ausdrücken?

Eine regelmäßige Leserschaft im fünfstelligen Bereich, die uns in den Lesercharts kontinuierlich nach oben bringt, Einnahmen im mittleren sechsstelligen Bereich. Um einnahmenseitig nicht zu abhängig zu werden von ein paar wenigen Werbepartnern und Sponsoren, finanzieren wir uns inzwischen zu einem guten Teil durch Veranstaltungen wie die Exceed– oder die K5-Konferenz. So können auch die Leser ihren Beitrag leisten.

Stichwort Vermarktung: Wo sehen Sie die wichtigen Ursachen für Ihren Erfolg?

Vornehmlich in der Relevanz. Wir versuchen trotz wachsendem Team, täglich nicht mehr als 2 bis 3 Beiträge zu bringen. Und legen extremen Wert auf kurze, kompakte Beiträge und Analysen, die die Orientierung erleichtern. Exciting Commerce hat sich unter Brancheninsidern zwar relativ schnell herumgesprochen, wir hoffen aber, dass wir noch möglichst lange als Geheimtipp wahrgenommen werden. Eine ständige Herausforderung ist es, nicht beliebig zu werden, sondern mit jedem neuen Beitrag das eigene Profil zu schärfen – als unabhängige Stimme für den Online-Handel.

Welche konkreten Vermarktungsmaßnahmen waren besonders erfolgreich und warum?

Ein Angebot wie Exciting Commerce lebt von seinen Fürsprechern. Wir versuchen immer, alle relevanten Gruppen gleichermaßen zu bedienen – die Brancheninsider aus dem Handel genauso wie die Unternehmensgründer, aber auch die Fachpresse, die für uns in den Zeiten vor Facebook und Twitter ein wesentlicher Multiplikator war, weil sie exklusive Infos, spannenden Themen und pointierte Einschätzungen gerne aufgreift und weiterträgt.

Welche konkrete Vermarktungsmaßnahme hat wider Erwarten gefloppt und warum?

Im Prinzip floppt alles, was seiner Zeit voraus ist. Wir testen immer wieder Vermarktungsmodelle, die auf Relevanz statt auf Reichweite setzen, stellen aber fest, dass Unternehmen 1.000 minderwertige Kontakte lieber haben als 10 extrem hochkarätige. Solange das so ist, können wir unser Vermarktungspotenzial nicht ausspielen, da unsere Stärke ganz klar in letzterem liegt.

Was machen Sie selbst und was erledigen andere für Sie?

Ich versuche, möglichst viel abzugeben in vertrauensvolle Hände. Die Blog- und Eventvermarktung haben wir nach langer Suche seit letztem Jahr komplett ausgelagert, was uns einen richtigen Schub gebracht hat. Auch viele andere Vertriebs- und Businessthemen überlasse ich gerne anderen, die das weitaus besser können. Wichtig ist mir, dass Exciting Commerce sein Profil behält und ich mich weiter inhaltlich engagieren kann und die Linie vorgeben kann.

Was würde Ihnen bei der Vermarktung noch helfen, d.h., was ist ein typisches Problem?

Gute Leute, die wissen, wie man Relevanz statt Reichweite vermarktet.

Welchen Vermarktungsansatz würden Sie wählen, wenn Sie heute neu starten würden?

Ich würde sehr viel früher und sehr viel konsequenter auf Veranstaltungen setzen. Die richtigen Menschen zusammenzubringen und zu vernetzen, schafft einen enormen Mehrwert. Viele sind inzwischen genervt von Fachkonferenzen, die nicht mehr sind als billige Verkaufsshows. Für eine anspruchsvolle Szene qualitativ hochwertige Veranstaltungen auf die Beine zu stellen und zu vermarkten, ist allerdings nicht ganz ohne. Wir haben früh Erfahrungen mit Roundtables gesammelt und uns dann im Lauf der Jahre gesteigert, eigene Formate entwickelt und denken, wir sind da inzwischen auf einem ganz guten Weg.

Welcher andere Kreative – den vielleicht noch nicht jeder kennt – fällt Ihnen ein, der in der Vermarktung Vorbildhaftes leistet?

Ich bin von jungen Selbstdarstellern wie Sami Slimani oder Rob Vegas genauso fasziniert wie von Menschen, die ohne großen Aufhebens einfach ihr Ding machen. Einen tollen Job machen Peter Posztos und Hardy Prothmann bei der Lokalen Stimme, denn gerade kommunale Blogs sind nicht ganz einfach zu vermarkten.

Wo finden wir Sie im Internet?

Exciting Commerce: www.excitingcommerce.de
@jkrisch: twitter.com/jkrisch

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Jochen Krisch

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weitere Interviews mit Kreativen über ihre Vermarktungs-Erfahrungen
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Interview: Journalist und TV-Moderator Richard Gutjahr über seine Vermarktungs-Erfahrungen als Blogger

Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Richard Gutjahr. Ich bin seit über 15 Jahren Journalist, habe u.a. für die Süddeutsche Zeitung gearbeitet, für Bayern 3 sowie für die Talkshow „Live aus dem Alabama“. Ich bin freier Mitarbeiter beim Bayerischen Fernsehen, moderiere die Spätnachrichten. 2009 habe ich begonnen zu bloggen, um mir ein zweites Standbein aufzubauen. Am Anfang war das nur ein Hobby. Mittlerweile könnte ich sogar fast schon davon leben.

Lässt sich Ihr Erfolg in Zahlen ausdrücken?

Im letzten Jahr hatte ich eine Million Pageviews. Das ist eine Menge dafür, dass ich die Seite ja nur in meiner Freizeit betreibe. Aber die Masse allein ist für mich nicht entscheidend. Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, war mein Ziel, dass sich die Seite irgendwann selbst trägt. Heute dient mir das Blog als Plattform, um im Netz gefunden zu werden, um Teil der Konversation zu sein. Das ist Voraussetzung dafür, um mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen, und natürlich auch dafür, um neue Aufträge zu generieren. Allein im letzten Jahr habe ich zwei Buchangebote bekommen. Ohne mein Blog undenkbar.

Stichwort Vermarktung: Wo sehen Sie die wichtigen Ursachen für Ihren Erfolg?

Schwer zu sagen. Ein Punkt ist sicher, dass ich Dinge gerne ausprobiere. Ein Beispiel: Als die Hartz-Gesetze eingeführt wurden, wurde viel in den Medien theoretisiert, was das wohl für Arbeitslose bedeutet. Mir war das alles zu abstrakt. Darum habe ich meinen Chef gebeten, mich zu feuern. Einen Monat habe ich Jobcenter besucht, Mini- oder 1-Euro-Jobs gemacht. Danach wusste ich mehr über das Thema, als die meisten Experten. Wichtiger noch: Ich komme in Kontakt mit echten Menschen, Betroffene wie auch Publikum, die mir laufend Fragen stellen können. Ein unschätzbarer Vorteil gegenüber vielen meiner Kollegen, die ein Thema googeln und das dann Recherche nennen.

Welche konkreten Vermarktungsmaßnahmen waren besonders erfolgreich und warum?

Für mich und mein Blog sind zwei Dinge entscheidend: Die Nähe zu meinen Lesern sowie gute Themen. Ich achte darauf, dass ich regelmäßig exklusive, selbst recherchierte Geschichten biete, die sich vom allgemeinen Medien-Mainstream abheben. Ob das der Blogpost zu den unerhörten Geschäftsbedingungen des ePostbriefs der Deutschen Post war oder die Story um die gefälschten WeTab-Kundenrezensionen bei Amazon. Wenn die Geschichte stimmt, läuft die Vermarktung ganz von allein. Ein Tweet, ein Kommentar bei Facebook, und die Sache kommt ins Rollen.

Welche konkrete Vermarktungsmaßnahme hat wider Erwarten gefloppt und warum?

Videos sind zur Zeit noch ein mühsames Geschäft. Wenn man nicht diszipliniert ist und nicht jede Woche was Neues bietet, baut man nicht genug Traffic auf. Das habe ich unterschätzt. Gleichwohl glaube ich daran, dass Bewegtbild die Zukunft gehört. Deshalb bleibe ich dran und investiere fast meine gesamten Blog-Einnahmen in eine neue Kameraausrüstung. Wenn Apple-, Google- oder ein anderes Netz-TV kommt, will ich bereit sein.

Was machen Sie selbst und was erledigen andere für Sie?

Meine WordPress-Seite hat Thomas Pfeiffer von den Webevangelisten programmiert. Ich bin kein Coder, was ich sehr bedauere. Abgesehen davon bemühe ich mich aber sonst, alle Inhalte selbst zu gestalten, also Audios, Videos, Schaubilder, solche Sachen. Beim Fernsehen bin ich es gewohnt, in einem großen Team aus Kameraleuten, Cuttern und Grafikern zu arbeiten. Im Web genieße ich die Unmittelbarkeit und auch das „Handgemachte“, was nicht immer perfekt sein muss, dafür aber authentisch ist.

Was würde Ihnen bei der Vermarktung noch helfen, d.h., was ist ein typisches Problem?

Die Frequenz. Ich würde mein Blog gerne häufiger aktualisieren, würde gern mehr Videos und mehr investigative Geschichten anbieten. Leider komme ich nicht dazu. Mein Blog hat auch dazu geführt, dass ich in E-Mails schwimme: Interview-Wünsche für Masterarbeiten, Anfragen für Diskussionsrunden oder Firmen, die wollen, dass ich über ihre Produkte blogge. Ich bemühe mich, allen so gut es geht zu antworten, aber das kostet Zeit, die mir woanders dann natürlich fehlt.

Welchen Vermarktungsansatz würden Sie wählen, wenn Sie heute neu starten würden?

Mein Motto würde lauten: Tue Gutes und rede darüber. Niemals umgekehrt. Aus meiner Fernsehmentalität heraus kommend habe ich gedacht, die Tatsache, dass ich blogge, würde schon allein reichen, dass die Menschen mich finden und regelmäßig zu mir kämen. Ein Irrtum. Das Netz funktioniert so nicht. Wenn Du eine gute Geschichte hast, ist es egal, ob Du Tagesschau oder Max Mustermann bist. Die Leute werden Dich finden. Umgekehrt: Wenn Du nichts zu bieten hast, hilft Dir auch kein Markenname und auch keine Marketing-Kampagne.

Welcher andere Kreative – den vielleicht noch nicht jeder kennt – fällt Ihnen ein, der in der Vermarktung Vorbildhaftes leistet?

Da gibt es unendlich viele. Wer mir in letzter Zeit besonders aufgefallen ist, ist .aequitaS, ein unglaublich talentierter Musiker, den ich bislang nur von YouTube kannte und den ich zum ersten Mal live beim Webvideopreis in Düsseldorf gesehen habe. Mit seinem Blog und seinen Videos erreicht er Hundertausende – ganz ohne Plattenfirma und Management. Solche Menschen inspirieren mich.

Wo finden wir Sie im Internet?

gutjahr.biz
twitter.com/gutjahr
facebook.com/gutjahr
facebook.com/richardgutjahr

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Mathias Vietmeier

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weitere Interviews mit Kreativen über ihre Vermarktungs-Erfahrungen
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Interview: Emily Bold über ihre Vermarktungs-Erfahrungen als Self-Publishing-Autorin

Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Emily Bold. Ich schreibe seit 2008 historische Liebesromane und Jugendbücher. Im Mai 2011 habe ich mit „Gefährliche Intrigen“ meinen Debüt-Roman über Amazons Kindle Direct Publishing (KDP) veröffentlicht und damit einen der Kindle-Bestseller 2011 gelandet. Mittlerweile habe ich 3 weitere Bücher sowie einen englischsprachigen Titel publiziert. Meine Bücher sind in fast allen großen Buchhandelsshops als eBooks erhältlich und seit Anfang Juni dank Amazons Create-Space-Programm nun auch als Taschenbücher.

Lässt sich Ihr Erfolg in Zahlen ausdrücken?

  • 4 Romane in 1 Jahr veröffentlicht, über 300.000 Worte pure Leidenschaft ;)
  • 1 Übersetzung ins Englische
  • Insgesamt 25.000 verkaufte eBooks
  • Mehrere hundert Taschenbuchverkäufe in der kurzen Zeit, die diese nun erhältlich sind.

Mein größter Erfolg ist aber JEDER EINZELNE LESER, der sich von meinen Geschichten gut unterhalten fühlt und dem ich mit meinen Protagonisten Logan und Emma, Payton und Sam, Drew und Julia oder Adam und Josie einige romantische Stunden bescheren darf.

Stichwort Vermarktung: Wo sehen Sie die wichtigen Ursachen für Ihren Erfolg?

Als Amazon mit KDP startete, war ich fast von Anfang an dabei. Dabei konnte ich viel lernen. Als Indie-Autor hat man alle Fäden in der Hand, und tatsächlich mache ich alles selbst. Das beginnt beim Cover über Formatierung bis hin zur Konvertierung meiner Bücher in die entsprechenden Formate. Das schafft Glaubwürdigkeit. Außerdem pflege ich sehr engen Kontakt zu meinen Lesern und nehme mir Lob, aber natürlich auch Kritik sehr zu Herzen. Daran kann man wachsen und sich weiterentwickeln.

Welche konkreten Vermarktungsmaßnahmen waren besonders erfolgreich und warum?

Hierauf eine Antwort zu geben ist schwierig, denn der Buchmarkt reagiert nicht immer so, wie man es erwarten würde. Einen tollen Schub habe ich nach einem TV-Beitrag von RTL 2 über mich und die Frankfurter Buchmesse bekommen, auch Zeitungsartikel sind natürlich positiv für die eigene PR. Allerdings sind dies Dinge, die man selbst kaum steuern kann. Absolut wichtig sind für mich die Social-Media-Kanäle, allen voran Facebook, gefolgt von Twitter und Google +. Besonders auf Facebook herrscht reger Austausch mit meinen Lesern, die ich auch immer wieder durch kleine Gewinnspiele oder Anderes zu „belohnen“ versuche – ich denke, dies bindet langfristig und scheint mir am geeignetsten, sich erfolgreich zu vermarkten.

Welche konkrete Vermarktungsmaßnahme hat wider Erwarten gefloppt und warum?

KDP Select war für mich nicht so erfolgreich, wie ich gehofft hatte. Ich habe dieses Angebot von Amazon für meine englische Übersetzung „The Curse-Touch of eternity“ wahrgenommen und hatte mir davon auf dem US-Markt mehr erwartet, allerdings ist es dort aufgrund der schieren Masse an Büchern extrem schwierig, vom Leser überhaupt wahrgenommen zu werden.

Was machen Sie selbst und was erledigen andere für Sie?

Im Prinzip mache ich alles selbst. Covergestaltung, Formatierung, Konvertierung in die verschiedenen Endformate bis hin zur Vermarktung. Nur das Lektorat für meine Bücher übernimmt ein externer Dienstleister. Auch die englische Übersetzung von „The Curse-Touch of eternity“ hat eine professionelle Übersetzerin übernommen. Außerdem habe ich einen Distributionspartner für die meisten großen Buchshops wie Buch.de, Thalia, Weltbild usw.

Was würde Ihnen bei der Vermarktung noch helfen, d.h., was ist ein typisches Problem?

Teilweise wird es einem als Selbstverleger nicht gerade leicht gemacht. Es gibt z. B. eine große deutsche Buchcommunity, die einen nur als Autor akzeptiert, wenn man für einen Verlag schreibt – ein wenig antiquiert, wie ich finde. Ein typisches Problem ist für mich sicherlich Zeitmangel. Als Mutter zweier Kinder kommen die natürlich zuerst, erst dann meine schriftstellerische Arbeit sowie deren Vermarktung. Ein weiterer Punkt ist die Distribution in andere Buchshops, die man als Autor nicht direkt beliefern kann. Hier gibt es eine mittlerweile sehr große Auswahl an Dienstleistern, unter denen es auszuwählen gilt. Dass jeder andere Konditionen anbietet und natürlich auch dass die Preise für die Distributionsleitsungen nur schwer vergleichbar sind, macht die Sache nicht gerade leichter. Sorgfältig zu vergleichen ist unabdingbar.

Welchen Vermarktungsansatz würden Sie wählen, wenn Sie heute neu starten würden?

Ich würde früher beginnen, mich Autor zu nennen. Denn erst, als ich mir dies zugestand, erkannte ich den Weg, den ich gehen wollte. Und damit konnte ich mich dann auch als Emily Bold darstellen. Mich nicht so lange hinter dem Roman verstecken, sondern gleich durchstarten.

Welcher andere Kreative – den vielleicht noch nicht jeder kennt – fällt Ihnen ein, der in der Vermarktung Vorbildhaftes leistet?

Da fällt mir sofort Tom Schopper ein, der mit seinem Runa-Epos neue / besondere Wege in der Buch-Vermarktung geht. Tom ist wirklich toll und jemand, mit dem ich hoffentlich mal irgendwann einen Milchkaffee in Wien trinken werde ;)

Wo finden wir Sie im Internet?

http://emilybold.de
http://facebook.com/emilybold.de
http://www.youtube.com/user/EmilyBoldTV
http://twitter.com/emily_bold

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Emily Bold

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weitere Interviews mit Kreativen über ihre Vermarktungs-Erfahrungen
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Tony Perrottet: Beispiele der Selbstvermarktung von Autoren aus den letzten Jahrhunderten

Tony Perrottet präsentiert uns in der Sunday Book Review eine schöne Sammlung von Beispielen der Selbstvermarktung von Autoren in den letzten Jahrhunderten:

How Writers Build the Brand

(…)

In this era when most writers are expected to do everything but run the printing presses, self-promotion is so accepted that we hardly give it a second thought. And yet, whenever I have a new book about to come out, I have to shake the unpleasant sensation that there is something unseemly about my own clamor for attention. Peddling my work like a Viagra salesman still feels at odds with the high calling of literature.

In such moments of doubt, I look to history for reassurance. It’s always comforting to be reminded that literary whoring — I mean, self-marketing — has been practiced by the greats.

(…)

via: Boing Boing

Sascha Pallenberg über erfolgreiche Blogvermarktung

Sascha Pallenberg von netbooknews.de/.com bringt das Thema Blogvermarktung auf den Punkt. Das Videointerview unten ist dementsprechend sehenswert. Auch sonst sagt er meiner Meinung nach viel Richtiges – u.a. zur deutschen Blogosphäre, die tendenziell ebenso von der Neidgesellschaft geprägt ist wie etliche andere Bereiche hierzulande noch.

Vor ein paar Monaten hatte ich auch hier im Blog mal ein Interview mit Sascha geführt.

Video (20 min.):

via: re-publica.de

Tipps für die Vermarktung von Blogs, Websites etc.

Gary Vaynerchuk zeigt mal wieder sehenswert, wie es gehen kann. Je nachdem, was das Thema der Website ist, die man vermarkten möchte: Man gebe die passenden Schlagwörter bei Google ein und schaue, wer für diese wirbt (rechte Seite der Ergebnisseite). Dann rufe man diese Firmen an und zeige ihnen auf, was man ihnen zu bieten hat. Man zeige die Vorteile gegenüber den anderen Alternativen auf. Denn Fakt ist, dass sie ja bereits werben, also aktiv und grundsätzlich bereit sind, Geld auszugeben. Der Vorteil von guten Blogs: Eine attraktive Reichweite in der Nische. Das Ganze versuche man so oft, bis man Ergebnisse erzielt. Ergo: Man ergreife aktiv die Chance und warte nicht auf einen Glücksbringer. Schlicht, aber schlüssig.

Das Beste aber ist, dass Vaynerchuk das auch gleich selbst vorführt im Video …

Video (8 min.):

Cory Doctorow experimentiert bei der Vermarktung seines neuen Buches

Cory Doctorow ist ein kanadischer Science-Fiction-Autor. Bis Mitte 2006 lebte er in London, arbeitete als European Affairs Coordinator für die Electronic Frontier Foundation (EFF) und wurde 2007 mit dem EFF Pioneer Award ausgezeichnet. 2005 ist er einer der Mitgründer der Open Rights Group in England, die sich, ähnlich wie die EFF, unter anderem für eine Liberalisierung des Urheberrechts, gegen Digitale Rechteverwaltung und für den Datenschutz engagiert. Seine Bücher veröffentlicht er unter einer Creative-Commons-Lizenz. Seit 2001 ist er Co-Autor bei Boing Boing. Seit Sommer 2006 lebt Doctorow in Los Angeles und arbeitet dort als Gastprofessor am Fulbright Chair in Public Diplomacy der University of Southern California.

Cory Doctorow ist für seine pointierten Ansichten zum Urheberrecht und zu verwandten Themen bekannt. Ich hatte hier im Blog ein paar Male darauf verwiesen (#1, #2). Für sein neues Buch „With a Little Help“ plant er ein Vermarktungsexperiment mit Ansätzen, die vor ihm bspw. schon Bands wie die Nine Inch Nails erfolgreich für sich genutzt haben. Unter anderem verzichetet er auf einen klassischen Verlag. Sein Projekt beschreibt er in einem lesenswerten Beitrag für „Publishers Weekly“:

Cory Doctorow kicks off a unique publishing experiment–and a monthly PW column

(…)
Here’s the pitch: the book is called ‚With a Little Help‘. It’s a short story collection, and like my last two collections, it’s a book of reprints from various magazines and other places (…) Like my other collections, it will be available for free on the day it is released. And like my last collection, ‚Overclocked‘, it won’t have a traditional publisher.
(…)
This makes ‚Overclocked‘ into a fine control for my little experiment. It is a good book. It sold well and was critically acclaimed. But it is solidly a midlist title, a short story collection published by a house turned upside down by bankruptcy. It will be the baseline against which I compare the earnings from ‚With a Little Help‘. And those earnings will be diverse—like the musicians who’ve successfully self-produced albums in a variety of packages at a variety of price points (Radiohead, Trent Reznor, David Byrne and Brian Eno, Jonathan Coulton), I have set out to produce a book that can be had in a range of packages and at a range of price points from $0.00 to $10,000.
(…)

Auch Cory Doctorow wählt den oft zitierten Ansatz, den unbegrenzt kopierbaren digitalen Inhalt kostenlos abzugeben, um Reichweite aufzubauen. Verkauft werden dann knappe Dinge wie die Inhalte-Verkörperungen. Zudem experimentiert er u.a. auch mit Werbung und Spenden:

  • E-book: free, in a wide variety of formats
  • Audiobook: free, in a wide variety of formats
  • Donations: whatever happens
  • Print-on-Demand trade paperback: $16 (approximately; price to be determined)
  • Premium hardcover edition: $250, limited run of 250 copies
  • Commission a new story: $10,000 (one only)
  • Advertisements: to be determined
  • Donations of books: to be determined

Doctorows Ausblick:

That’s how the money is going to come in. To be honest, I have no idea how much money that will be (…) But I do know what I’ll do about it. I’m going to disclose it, all of it, every month, in a running tally in a monthly column here in ‚Publishers Weekly‘.

via: Techdirt
Bildquelle: Wikipedia (CC-Lizenz)

Vortrag von Gerd Leonhard: Music 2.0 – Compensation not Control

This is a video of Futurist Gerd Leonhard’s presentation at the annual MIDEM & MidemNet event in Cannes / France, on January 17, 2009. Gerd talks about why the music industry needs to license the Internet just like it has licensed Radio (i.e. with a collective license), why criminalizing the users & fans will not work – and why those efforts should be re-directed in creating a new, Music 2.0 ecosystem that actually produces revenues, where those new revenues will come from, and how the music flat rate – music like water – would work.

Der Vortrag (14 min.):

 

Die Slides zum Vortrag:

via: Verlagsstarter

MinnPost testet Echtzeit-Werbung

Das Echtzeit-Internet ist ja derzeit ein zu Recht großes Thema. Marcel Weiß hat bei netzwertig.com aktuell einen interessanten Beitrag dazu verfasst.

Wenn nun aber das Internet insgesamt in Echtzeit funktionieren soll, liegt es nahe, dass auch die Werbung auf Echtzeit getrimmt wird. Genau das versucht auf sehr interessante Weise die Non-Profit-Nachrichtenseite MinnPost mit sogenannten Real-Time Ads. Wie der Versuch aussieht, sehen Sie auf der rechten Seite.

Die Idee hinter der Echtzeit-Werbung von MinnPost

Joel Kramer, CEO von MinnPost, beschreibt das Projekt in einem Video des Nieman Journalism Lab (s.u., 5:30 min.). Der Service soll Tweets, Blogbeiträge und andere Feeds lokaler Unternehmen und Geschäfte aggregieren, die aktuelle Nachrichten übermitteln möchten:

So we’re creating a beta test, called MinnPost Real-Time Ads, in which we will take marketers, ranging from non-profits to government agencies to companies selling things, who have RSS feeds, maybe they’ve been marketing on Twitter or through other RSS feeds, and give them a space on our site, in which they can update their own messages frequently and create a place on the site where the reader can know that they can go to get ads with a great deal of immediacy. That they’ll get the latest messages from a lot of different marketers. […]

It’ll be on an out-of-pocket basis, clearly a lot cheaper than banner advertising, and that opens up the opportunity for us to reach people who don’t want to pay as much as banner ads cost. But it won’t be sold on a CPM basis because much of the use of it will be on advertising-only pages. So, in that respect, it’s more like classified in the old days when, you know, readers would go to a section and actually look at the ads because they were looking for it as content. Well, here, the amount of traffic we have on the site will not be the defining factor. The issue will be how many people want to go look for these ads. […]

Weitere Informationen finden Sie in diesem Video und hier