Schlagwort: wettbewerb

Joachim Kobuss: Marketing ist tot – Wir befinden uns in einem Identitätswettbewerb

Interessante Antworten von Joachim Kobuss im Interview mit dem Tagesspiegel:

(…)
Marketing als Instrument ist tot und wird gegen Ende der Dekade keine Rolle mehr spielen. Tut es heute eigentlich schon nicht mehr, es taugt nur noch dazu, den Status quo zu erhalten.

Wie geht es also weiter?

Wir befinden uns in einem Paradigmenwechsel. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es drei Wettbewerbszyklen, den Preis-, den Qualitäts- und den Gestaltungswettbewerb. Den letzten kennen wir am besten, weil er die letzten beiden Jahrzehnte bestimmt hat. Er wird gerade abgelöst, obwohl wir noch immer darüber reden.

Und wie heißt der nächste Wettbewerb?

Identitätswettbewerb.
(…)

Es gehe daher künftig weniger um die Produkte und mehr um die Gestaltung der Prozesse rund um die Produkte:

(…)
Das ist ein Trugschluss. Wenn wir über Wachstum reden, meinen wir fast immer quantitatives Wachstum. Das geht dann nicht mehr. Wenn die Ressourcen verbraucht sind, kann es kein Wachstum geben, und bei der Verschuldung der Staaten haben wir auch immer weniger Finanzmittel zur Verfügung.

Also geht es um qualitatives Wachstum …

… richtig. Und da sind wir wieder bei der Entwicklung von Identitäten und Persönlichkeiten. Das bedeutet fürs Design: Es wird weniger in konkrete Gestaltung investiert und mehr in das, was davor passiert: weg vom Produkt, hin zum Prozess – das ist die Zukunft.
(…)

Ganzes Interview lesen.

Wissenschaftlicher Springer Verlag startet 2. Runde seines API-Wettbewerbs

Vor ein paar Wochen schrieb ich hier im Blog, dass wir in der Verlagsbranche mehr API-Wettbewerbe und Hackathons bräuchten:

Im Internet sind v.a. jene Unternehmen erfolgreich, die sich nicht als Destination, sondern als Plattform begreifen und die Chancen nutzen, welche Programmierschnittstellen (APIs) bieten. (…) Aus dem Buch-Verlagsbereich sind mir noch nicht viele Beispiele bekannt, bei denen APIs gezielt sogar für die Produktentwicklung genutzt werden. Natürlich nutzen Verlage APIs auf ganz einfache Weise, indem sie YouTube-Videos und Facebook-Widgets einbinden. Auch im Vertrieb werden APIs durch mobile Buch-Slider und -Shops wie Book2Look immer häufiger genutzt (oft ohne dass der Begriff API erwähnt oder gedacht wird). Doch im Bereich der Produktenticklung kenne ich als prominentes Beispiel im deutschsprachigen Raum nur den API-Wettbewerb von Springer, dessen erster Durchgang im Juli 2011 abgeschlossen wurde.

Tina Harseim hat mich nun darauf hingewiesen, dass der wissenschaftliche Springer Verlag die zweite Runde seiner „API Challenge“ gestartet hat. Diese setzt auf die verfügbaren Springer-APIs auf:

We have created three APIs for developers to access our freely available content:
Springer Metadata API – Provides metadata for over 5 million online documents (e.g. journal articles, book chapters, protocols).
SpringerImages API – Provides images and related text for over 300,000 free images available on SpringerImages.
Springer Open Access API – Provides metadata, full-text content, and images for over 80,000 open access articles from BioMed Central and SpringerOpen journals.
Springer APIs provide a variety of different output formats, including XML and JSON.

Der Wettbewerb soll diesmal sehr konkret gehalten werden:

Springer Metadata API
Goal: Develop an application that provides a novel search solution based on an analysis of trends in the metadata.
SpringerImages API
Goal: Develop an application that uses image recognition to analyze, compare, or search images.
Springer Open Access API
Goal: Develop an application that uses semantic modeling to interpret characteristics of individual full-text documents and/or to analyze relationships among full-text documents.
Mashups of our APIs with open sourced (and non-copyrighted) data are encouraged.

Alle weiteren Infos gibt es bei dev.springer.com

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Was macht den Buch-Besonderheits-Status aus?

Es stellt sich ja die Frage, was die Perspektive des Buchhandels in Zeiten der Digitalisierung und des Social Webs ist. Der Fokus auf das Lokale kann helfen, ist aber mit Sicherheit kein Allheilmittel. Nonbooks sind hier ein großer Hoffnungsträger, dem immer Platz in den Geschäften eingeräumt wird. Die Stuttgarter Zeitung widmet sich daher dem Nonbook-Trend: Non-Books sind die Hoffnung der Buchbranche

Der Ausblick:
(…)
Wird aus dem Buchhandel also der Handel mit Lifestyleartikeln? Leute, die sich damit auskennen, warnen davor. Denn noch sind Non-Books etwas anderes als Geschenkartikel. „In der Buchhandlungen lassen sich nur Produkte verkaufen, die im Anspruch dem Buch entsprechen. Sie müssen den Eindruck machen, etwas Besonderes zu sein. Nur dann kaufen die Leute, ohne allzu sehr auf den Preis zu sehen“, weiß die Gründerin des Non-Book-Marktplatzes auf der Buchmesse, Angelika Niestrath. „Sobald die Kernkompetenz Buch und damit der Anspruch verloren geht, fangen die Leute an, die Preise mit Nanu-Nana oder Butlers zu vergleichen.“ Bücher, sagt sie, veredeln. Sogar Nicht-Bücher.

Interessant finde ich v.a. die Frage, was diesen durch Bücher erzeugten Besonderheits-Status im Kern ausmacht und wie man ihn an anderer Stelle neu erzeugen kann? Das wäre ein spannendes Themenfeld für vertiefende Diskussionen. Apple hat es ja zweifelsohne auch geschafft, so einen Besonderheits-Status zu erzeugen, für den die Leute viel Geld ausgeben. Ich glaube nicht daran, dass er ohne einen Buch-Bezug automatisch fehlen muss.

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Motivado als Beispiel für neue relevante Wettbewerber von Buchverlagen, speziell von Ratgeber-Verlagen

Buchverlage fragen oft, was denn nun neue geeignete Geschäftsmodelle für das digitale Zeitalter seien. Wenn man dann von Dienstleistungen zu sprechen beginnt, ist das für viele zu abstrakt. Zugleich merkt man auch, dass viele Buchverlage den Wettbewerb noch immer zu eng abgrenzen und etliche neue relevante Unternehmen gar nicht auf dem Schirm haben.

Speziell im Ratgeberbereich sehe ich Unternehmen wie das Start-up Motivado als relevante Wettbewerber – und sie selbst sehen das auch so. Motivado verspricht:

Hilfe durch Video-Ratgeber, die individuell auf Sie eingehen

Joel Kaczmarek hat die Gründer für Gründerszene interviewt:

(Video, 8 min.)

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