Schlagwort: wirtschaft

Charlie Stross: DRM-Abschaffung als letztes Mittel gegen Amazons Monopol auf dem E-Book-Markt

Lesenswerter Beitrag von Charlie Stross:

What Amazon’s ebook strategy means

Amazon seems to be trying to simultaneously establish a wholesale monopsony and a retail monopoly in the ebook sector
(…)
Speaking out against DRM was, as more than one editor told me over the past decade, potentially a career-limiting move.
(…)
By foolishly insisting on DRM, and then selling to Amazon on a wholesale basis, the publishers handed Amazon a monopoly on their customers—and thereby empowered a predatory monopsony.
(…)
It doesn’t matter whether Macmillan wins the price-fixing lawsuit bought by the Department of Justice. The point is, the big six publishers‘ Plan B for fighting the emerging Amazon monopsony has failed (…). This means that they need a Plan C. And the only viable Plan C, for breaking Amazon’s death-grip on the consumers, is to break DRM.

Typisch weibliche Eigenschaften sind wirtschaftliche Erfolgsfaktoren in unserer Netzwerk-Welt

John Hagel fasst die Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft immer sehr erhellend zusammen. Ich hatte Anfang 2010 hier mal auf ein interessantes Interview verwiesen. Nun hat Jochen Krisch einen TEDx-Vortrag von ihm gefunden, der seine Zeit wieder absolut wert ist (s.u.):

Im Prinzip spricht er darüber, welche Eigenschaften es für den wirtschaftlichen Erfolg in einer von Netzwerken geprägten Welt braucht, in der frei fließende Informationen und nicht Informationssilos entscheidend sind und in der es gilt, das implizite Wissen aus den Köpfen der Menschen zu locken. Zu Ersterem passt das überall im Internet zu beobachtende Abo-Prinzip und zu Letzterem die Beobachtung, dass überall (informelle) Treff- und Austauschpunkte wie unser Frankfurter Publishing-Stammtisch entstehen. Hagel sagt, es brauche hier v.a. eher weibliche Eigenschaften, Kommunikation, Vertrauensbildung und das Zulassen von Angreifbarkeit und Verletzlichkeit. Es braucht weniger eine typisch männliche Attitüde des „jeder gegen jeden“, der Vorteilssuche auf Kosten anderer und der Abgrenzung. Ich denke auch, dass v.a. jene, die es auf diesem Wege schaffen, Verbindungen in unserer Netzwerk-Welt aufzubauen und zu unterhalten, langfristig Erfolg haben werden.

(Video, 13 min.)

Zur Person:
John Hagel is an author and former McKinsey consultant who specializes in the intersection of business strategy and information technology. In 2007, Hagel, along with John Seely Brown and Lang Davison, founded the Deloitte Center for Edge Innovation. Hagel is also involved with a number of other organizations, including the World Economic Forum, Innovation Exchange with John Seely Brown and Henry Chesbrough, the International Academy of Management, and the Aspen Institute.

Bildquelle: superde1uxe (CC-Lizenz, BY)

—————————————————-
Abo + Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Xing, Über mich

Video: Urheberrecht und Patente sollten vor allem dem Gemeinwohl dienen

Unten finden Sie ein sehenswertes Video, welches die Themen Urheberrecht und Patente sehr grundsätzlich aufgreift und einen wichtigen Punkt unterstreicht: Am Ende sollte es bei all dem um das Gemeinwohl gehen. Das Einzelwohl hat zurückzustehen, wenn die Nachteile für die Gesellschaft zu groß werden. Bezogen auf das Urheberrecht gilt das aus meiner Sicht beispielsweise dort, wo wie hier beschrieben sich dank der Möglichkeiten des Social Web ganz normale persönliche Gespräche ohne Gewinnerzielungsinteresse in das Internet verlagern und dort in Teilen behindert, wenn nicht gar verhindert werden. – Wichtig finde ich noch zu betonen, dass diesen Punkt zu unterstreichen nicht bedeutet, als angebliches Mitglied einer angeblichen „Internetgemeinde“ für „Rechtlosigkeit“ einzutreten. Für mich hat das mehr mit gesundem Menschenverstand zu tun, der ganz selbstverständlich auch dafür ist, dass geistige Leistungen honoriert werden.

(Video, 15 min.)

via: Dirk von Gehlen

—————————————————-
Abo + Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Xing, Über mich

Mary Meeker: Übersichtspräsentation zu globalen Internet-Trends

(Video, 32 min.)

KPCB Internet Trends (2011)

—————————————————-
Abo + Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Xing, LinkedIn

Studie zu Ost-West-Beziehungen belegt, dass soziales Kapital Geld wert ist

Das Handelsblatt berichtete kürzlich über eine interessante Studie der Ökonomen Tarek Hassan (Chicago Booth School of Business) und Konrad Burchardi (London School of Economics) zu den Ost-West-Beziehungen und Einkommensverhältnissen einzelner Menschen und ganzer Regionen:

Menschen in Westdeutschland, die soziale Beziehungen in die DDR pflegten, haben nach der Wiedervereinigung deutlich mehr verdient. Davon profitierten nicht nur sie selbst, sondern ganze westdeutsche Regionen.

Untersucht werden konnte das nur aufgrund der historischen Ausnahmesituationen:

Die deutsche Wiedervereinigung bietet den Ökonomen die Chance, den Beziehungseffekt isoliert zu messen: Bis zum Herbst 1989 ahnte niemand, wie schnell die Mauer fallen würde – daher „müssen die Kontakte aus unökonomischen Gründen bestanden haben“, argumentieren Hassan und Burchardi.

Das Ergebnis:

In Familien, die 1989 mindestens einen Verwandten in der DDR hatten, stieg das Haushaltseinkommen in den folgenden sechs Jahren im Schnitt um 4,3 Prozent an. „Westdeutsche mit DDR-Kontakten verstanden es besser, die neuen Möglichkeiten im Osten zu nutzen“, heißt es in der Studie. Zudem stellen die Forscher fest: In Regionen, in denen der Anteil an Menschen mit grenzüberschreitenden Kontakten überdurchschnittlich hoch war, etwa in Ostholstein oder den Regionen Hagen und Hannover, stieg das Pro-Kopf-Einkommen bis 1995 insgesamt um satte 4,6 Prozent.

Begründet wird das höhere Einkommen mit Informationsvorsprüngen aufgrund guter und vertrauensvoller persönlicher Beziehungen. Mehr dazu beim Handelsblatt.

—————————————————-
Abo + Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Xing, LinkedIn

Kevin Slavin: Wie Algorithmen unsere Welt formen – Algorithmen als neue Naturkräfte

Sehr interessanter Vortrag von Kevin Slavin (ebenfalls interessant):

Kevin Slavin argues that we’re living in a world designed for — and increasingly controlled by — algorithms. In this riveting talk from TEDGlobal, he shows how these complex computer programs determine: espionage tactics, stock prices, movie scripts, and architecture. And he warns that we are writing code we can’t understand, with implications we can’t control.

(Video, 15 min.)

 

Wer sich für das Thema Mathematik/Algorithmen + Börse/Finanzmarkt interessiert, dem sei diese niederländische Doku aus dem Jahre 2010 empfohlen, die einen kleinen Blick hinter die Kulissen gewährt:

Quants are the math wizards and computer programmers in the engine room of our global financial system who designed the financial products that almost crashed Wall st. The credit crunch has shown how the global financial system has become increasingly dependent on mathematical models trying to quantify human (economic) behaviour. Now the quants are at the heart of yet another technological revolution in finance: trading at the speed of light.

(Video, 48 min.)

—————————————————-
Abo + Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Xing, LinkedIn

Gunter Dueck über die Notwendigkeit, sich ständig neu zu erfinden – relevant besonders auch für die Buchbranche

Gunter Dueck ist Chief Technology Officer bei der IBM Deutschland GmbH und in der Internet-Szene spätestens seit seinem Vortrag auf der diesjährigen re:publica wohl bekannt. Mir persönlich gefiel der dortige Auftritt, der ihm zu einem kleinen Popstar-Status verholfen hat, nicht so gut, weil ich das Gefühl hatte, Dueck spreche zu den Anwesenden zum einen etwas ausschweifend und zum anderen etwas zu lässig belehrend. Inhaltlich landet er aber viele Volltreffer. In dem nachfolgenden Video (s.u.) bringt er seine Thesen hingegen angenehm verdichtet vor. (Danke für den Tipp, Frank.)

Interessant ist bspw. die Notwendigkeit, sich permanent neu zu erfinden, welche er anspricht. Diesen Umstand, der ja gesamtgesellschaftlich hoch relevant ist, finde ich auch speziell vor dem Hintergrund der Entwicklungen auf dem Buchmarkt wichtig. Immer wieder habe ich das Gefühl, dass ein Kernhemmnis in vielen Unternehmen der Buchbranche die bis vor kurzem fehlende Notwendigkeit ist, sich regelmäßig neu aufstellen zu müssen. Das technologische Marktumfeld hat sich hier über Jahrhunderte nicht grundlegend gewandelt, wodurch der Markt immer recht abgegrenzt gewesen ist. Das aber führte zu einem Selbstverständnis, das sich klar von dem bspw. von IT-Unternehmen unterscheidet, für die es völlig normal ist, sich alle paar Jahre neu erfinden zu müssen. In der Buchbranche war das bisher nicht selbstverständlich – eher im Gegenteil. Diese Kultur zu ändern, vor allem mit dem bestehenden Mitarbeiterstamm, halte ich für eine der größten Herausforderungen. Es geht eben nicht darum, jetzt mal ein paar Jahre Gas zu geben, um dann wieder ruhiges Wasser zu erreichen …

(Video, 15 min.)

Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von re:publica 2011

————————–
Blog-Abo: Feed E-Mail Facebook Google+ Twitter
————————–