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Studie zu Ost-West-Beziehungen belegt, dass soziales Kapital Geld wert ist

Das Handelsblatt berichtete kürzlich über eine interessante Studie der Ökonomen Tarek Hassan (Chicago Booth School of Business) und Konrad Burchardi (London School of Economics) zu den Ost-West-Beziehungen und Einkommensverhältnissen einzelner Menschen und ganzer Regionen:

Menschen in Westdeutschland, die soziale Beziehungen in die DDR pflegten, haben nach der Wiedervereinigung deutlich mehr verdient. Davon profitierten nicht nur sie selbst, sondern ganze westdeutsche Regionen.

Untersucht werden konnte das nur aufgrund der historischen Ausnahmesituationen:

Die deutsche Wiedervereinigung bietet den Ökonomen die Chance, den Beziehungseffekt isoliert zu messen: Bis zum Herbst 1989 ahnte niemand, wie schnell die Mauer fallen würde – daher „müssen die Kontakte aus unökonomischen Gründen bestanden haben“, argumentieren Hassan und Burchardi.

Das Ergebnis:

In Familien, die 1989 mindestens einen Verwandten in der DDR hatten, stieg das Haushaltseinkommen in den folgenden sechs Jahren im Schnitt um 4,3 Prozent an. „Westdeutsche mit DDR-Kontakten verstanden es besser, die neuen Möglichkeiten im Osten zu nutzen“, heißt es in der Studie. Zudem stellen die Forscher fest: In Regionen, in denen der Anteil an Menschen mit grenzüberschreitenden Kontakten überdurchschnittlich hoch war, etwa in Ostholstein oder den Regionen Hagen und Hannover, stieg das Pro-Kopf-Einkommen bis 1995 insgesamt um satte 4,6 Prozent.

Begründet wird das höhere Einkommen mit Informationsvorsprüngen aufgrund guter und vertrauensvoller persönlicher Beziehungen. Mehr dazu beim Handelsblatt.

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Kevin Kelly: Erfindungen und Entdeckungen sind gleich

Kevin Kelly formuliert einen interessanten Gedanken:

To find something is the same as making it. To make something is the same as finding it.

Er begründet ihn in seinem Beitrag, was ich gerade vor dem Hintergrund des Medienwandels inspirierend finde:

Invention and Discovery Are the Same

In the fine arts there seem to be an unnatural distinction between found and made. „Found“ art is not deemed as important as made art. Recently a respected photographer, Michael Wolf (I am a fan of his), was awarded a prize for photographs which he found in/on Google Street View. Because he did not „make“ or take the photos, but „merely“ found them, his award was protested and controversial. This worry is misplaced. Objectively there is no difference between hunting for images on Main Street or on Google Street.

Wissenschaftliche Untersuchung unterstreicht den Erfolgsfaktor „echte Fans“

Es wird ja immer betont, wie wichtig die Unterstützung durch Fans und Freunde ist gerade für den frühen Erfolg eines Künstlers oder eines Unternehmens. Darüber wurden schon ganze Bücher wie bspw. Tribes von Seth Godin geschrieben. Es wurde auch argumentiert, dass bereits 1.000 echte Fans für ein individuelles Auskommen ausreichen könnten.

Im Kontext der neueren Crowdfunding-Modelle hat die Universität Toronto diesen Zusammenhang nun am Beispiel der Plattform SellaBand genauer untersucht und den bisher meist nur praktisch erlebten Erfolgsfaktor mit dieser Publikation unterstrichen: The Geography of Crowdfunding (PDF, 720 KB)

Gefunden habe ich den Link bei Gijsbert Koren, der die Unterlage auch lesenswert zusammenfasst:

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Although the title suggests the paper is about geography, the main results of the research are about the influence of friends and family on a crowdfunding campaign. Contrary to other investors, the family and friends of an artist invest at an early stage in the investment process and are less influenced by other investors. These findings fit with the model that crowdfunding is based on a decentralised system, where innovations are first accepted by the 1st degree network. The ‘innovators’ are replaced by friends and family.
(…)