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ZDFneo-Beitrag: Wie neue Technik und Self-Publishing den Porno-Markt verändern

Ich bin am Wochenende zufällig auf die ZDFneo-Sendung Wild Germany aufmerksam geworden, die interessante Themen wie Fußball-Ultras, Metal, Schlager, Reeperbahn und Bugchasing beleuchtet und dabei vor allem auch zeigt, was für Menschen hinter diesen Themen stehen und was sie antreibt. Gerade das finde ich interessant.

Ein Beitrag dreht sich rund um den Porno-Markt und er zeigt sehr viel von dem, was wir auch in Bezug auf andere Medienbranchen ständig diskutieren: neue Technik verändert die bestehenden professionellen Marktstrukturen, Amateure drängen mit einer kostenarmen Organisation auf den Markt und betreiben Self-Publishing, neue Geschäftsmodelle werden erprobt, eine stärkere Kundenorientierung hält Einzug in Form von Community-Denke und Mitmach-Kultur usw. usf. Zwei Self-Publisher und deren Arbeit werden konkret vorgestellt.

Pornografie ist allgegenwärtig. Ob in der soften Variante, nachts im deutschen Fernsehen, oder härter, in den Videotheken, Sexshops und Sexkinos, oder Hardcore, auf etwa 37 Prozent aller Seiten des Internets. Trotz alledem, oder gerade deshalb, sank der Umsatz der deutschen Pornoindustrie in den letzten Jahren erheblich. Vorbei sind die goldenen Zeiten der künstlerischen Report-Filme der 70er Jahre wie „Schulmädchenreport“ oder „Mädchen beim Frauenarzt“. Durch den technischen Fortschritt und flächen-deckenden Internetzugang sah sich die Porno-Industrie in den letzten Jahren zu gravierenden Veränderungen gezwungen. Manuel Möglich begibt sich auf eine Reise durch die Geschichte des deutschen Pornofilms, um genau diese Veränderungen nachzuvollziehen.

Der Beitrag dauert 30 Minuten und kann in der Mediathek angesehen werden – aufgrund einer Altersbeschränkung aber erst ab 22 Uhr:

Wild Germany – Porno

Doku: Die Invasion der Ideen – Über die Kraft und Tücken der Kreativität

Sehr interessante ZDF-Doku aus dem Jahr 2005:

Was ist Kreativität und wie entstehen Ideen? Diese Fragen versucht der Werbefachmann Hermann Vaske („Die Zehn Gebote der Kreativität“) durch Interviews mit Regisseuren wie Fernando Mereilles, Musikern wie Björk und Marilyn Manson sowie dem Hirnforscher Wolfgang Singer zu klären. Zu den Gedanken der klugen Köpfe gibt es eine Montage aus Werbebildern und Szenen aus Filmklassikern. (via)

(Video, 1h 38min.)

ZDF-Beitrag: Wie Manufactum Geschichten teuer verkauft

Das ZDF hat vor kurzem eine 30-minütige Reportage über Werbesendung für den Edel-Händler Manufactum ausgestrahlt: Retro statt Ramsch. So eine Art Werbung ist ansich natürlich nur bei Apple akzeptabel. ;) Ich finde den Beitrag aber interessant, weil durchaus deutlich wird, dass die Kunden letztlich Geschichten kaufen, bei denen allerhand Lebensgefühl mitschwingt, das auch in anderen Bereichen immer stärker bemerkbar ist – Stichworte Nachhaltigkeit und Sinnstiftung. Verkaufen mittels Storytelling ist ja ein relevantes Thema auch für das Marketing im Social Web.

Hier können Sie den Beitrag in der Mediathek anschauen

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Neuer interaktiver Twitter-Krimi des ZDF: Interview mit ZDF.de-Redakteur Till Frommann

Seit dem 24. Juni läuft das nächste Netz-Experiment des ZDF, nachdem der Sender mit „Wer rettet Dina Foxx?“ Ende April bereits einen Krimi gesendet hatte, dessen Ende offen war und im Internet fortgeschrieben wurde. Bei der Serie „Flemming“ wird nun eine komplette Folge getwittert. Die User sollen gemeinsam mit der Figur Vince Flemming, in der Serie Psychotherapeut und Polizeipsychologe, innerhalb von sechs Tagen einen Mordfall lösen. Insgesamt eine sehr spannende Geschichte, weshalb ich den ZDF.de-Redakteur Till Frommann dazu befragt habe, der den Twitter-Account von Vince Flemming pflegt:

Till Frommann

Wer sind Sie und was machen Sie?

Ich heiße Till Frommann und mache etwas mit Social Media – was sich (so formuliert!) irgendwie nach Selbsthilfegruppe anhört. Für das ZDF bin ich im Moment noch für das Netzmarketing mitverantwortlich, fange aber nächsten Monat als Redakteur beim Popkulturmagazin „DER MARKER“ in ZDFkultur an.

Worum geht es bei der Flemming-Twitter-Aktion?

Angefangen, als Vince Flemming zu twittern, hatte ich bereits begleitend zur ersten Staffel der Serie. In der zweiten Staffel konnte man den Protagonisten der Serie sogar in einigen der Folgen sehen, wie er etwas twitterte. Auf die Idee, eine Folge von „Flemming“ nur für Twitter zu konzipieren, bin ich während dieser Phase gekommen. Einfach einmal ausprobieren, ob es funktioniert, über diese Social-Media-Plattform eine vollständige Geschichte zu erzählen! Schränken 140 Zeichen dabei ein, oder bietet es ganz neue Möglichkeiten des Storytellings? Würden die User mitspielen?

Ich habe bei dieser Aktion die erste Fassung des Twitterdrehbuchs entworfen, nachdem ich vorher mit Gregor Edelmann, dem Hauptautoren der Serie, Martin Rauh-Köpsel, dem psychologischen Berater des Formats und Verena von Heereman, der für die Serie verantwortlichen ZDF-Redakteurin, über den Plot gebrainstormt hatte. Gregor Edelmann sorgte für den Feinschliff und arbeitete die Endfassung des Twitterdrehbuchs aus. Die meisten Tweets sind also Original-Flemming!

Mit Herrn Edelmann telefoniere ich im Laufe der Twitterepisode immer wieder, um mich mit ihm abzustimmen, wie man Usern antworten könnte. Während der sechs Tage, die der Fall auf Twitter andauert, gehe ich auf die User ein und versuche, mich nicht krampfhaft an das Twitterdrehbuch zu halten, sondern die Handlung am Besten mit Hilfe der User voranzutreiben.



Ist die Aktion erfolgreich – können Sie Zahlen nennen?

Der Twitteraccount @vinceflemming hat jetzt fast 1300 Follower – und auf Tweets, die ich poste, kommen innerhalb von wenigen Minuten meist fünf, sechs Antworten zurück, oft sind es sogar noch mehr Reaktionen. Die Userbeteiligung ist viel, viel besser als ich erwartet hatte. Sie raten mit, fordern Fakten ein, wenn Flemming zu wenig Fakten liefert. Kompliment also zurück an die Follower von @vinceflemming, das macht richtig viel Spaß mit Euch.

Wie sind die Erfahrungen mit der Aktion?

Noch läuft die Aktion, aber was ich jetzt bereits sagen kann, ist, dass es funktioniert. Zuerst dachten wir, dass ein Krimi auf Twitter weniger komplex sein müsste – also nur ein Verdächtiger, den Flemming dann Columbo-mäßig verhört und immer mehr in die Enge treibt. Als ich das Drehbuch dann konzipierte, merkte ich, dass man sich nicht einschränken muss: Klappt ja doch wie bei einer ganz normalen Fernsehfolge!

Wie geht’s weiter?

Es wird eine dritte Staffel von „Flemming“ geben – und vielleicht wird er dann auch wieder twittern, wer weiß?

Wo finden wir Sie im Netz?

Zum Beispiel auf meiner Website www.tillfrommann.de, auf www.kolumnen.de, und auf www.sf-fan.de kann man „Big Brother – Die Selbsthilfegruppe“ lesen, eine ältere Kurzgeschichte von mir.

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Eine Wahl total digital

Die gestrige Nacht war nicht nur für Obama und seine Anhänger eine große. Es war auch sehr interessant, live erleben zu können, wie die digitalen Medien und Technologien die Gesellschaften immer weiter verändern. So hat das ZDF in der Wahlnacht nicht nur in der üblichen und erprobten Form berichtet, wie wir sie in Deutschland kennen. Es gab zudem die „Nacht im Netz„.

Doch auch CNN hatte einiges zu bieten: Dort wurde zum ersten Mal im nationalen US-Fernsehen mithilfe eines Hologramms berichtet. Das Ganze ist zu sehen in folgendem Video. Die Darstellung von Personen mittels Hologrammen wird ob seines Potenzials künftig sicher eine große Rolle spielen in der Bewegtbild-Berichterstattung, die ja insgesamt immer digitaler wird.

(via)