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Wenn deutsche Schriftsteller über die Zukunft des Papier-Buches philosophieren

Auf boersenblatt.net findet sich ein Bericht zu einer Diskussion im Berliner Literaturhaus über die „Die Zukunft der Bücher“. Teilgenommen hat u.a. der Schriftsteller Thomas Lehr, welcher auf die Frage, ob „die gigantische digitale ‚backlist der Menschheit‘ nicht die Zukunft des gedruckten Buches“ gefährde, Folgendes antwortete:

Zu überlegen sei, welche Sparten des Schrifttums betroffen seien und welche nicht: So würden wissenschaftliche Zeitschriftenaufsätze zum e-journal, während sich die technologische Überlegenheit des Papierbuches zum Beispiel im wissenschaftlichen Standardwerk manifestiere.

Ohne Worte …

Interessant sind auch die weiteren Statements im Beitrag. Ich finde solche Diskussionen witzig, weil sie fast immer vom Status quo der Technikentwicklung ausgehen und diesen dann in die Zukunft verlängern. Zudem wird meist eh nur die aktuelle Mehrheitsmeinung wiedergegeben, mit der man sich nicht angreifbar macht, aber auch nicht zu rückständig wirkt. Diese Mehrheitsmeinung sah vor ein paar Jahren natürlich noch so aus, dass man die heutigen Floskeln nicht hätte äußern dürfen. Derzeit ist es jedenfalls so, dass fast alle feststellen, dass die leichte Unterhaltungsliteratur „selbstverständlich“ ins Digitale abwandere, aber „das gute Buch“ selbstverständlich nicht. In ein paar Jahren wird das natürlich anders aussehen und argumentiert werden. Immer schön der aktuellen Technik- und Käufer-Entwicklung folgend.

Gemeinsamkeit zwischen der Zukunft von Foto und Buch: Alte Begriffe passen nicht mehr

3sat berichtete vor ein paar Tagen über die Ausstellung „State Of The Art Photography„. Hintergrund: Die Digitalisierung führt aktuell zu einer Diskussion, was die Fotografie von heute und morgen eigentlich ist:

Die Annäherung an die Bildende Kunst ist ganz sicher ein Thema. Was für den Betrachter wie eine Zeichnung aussieht, ist Fotografie. Auch Körper werden inszeniert, als seien sie von einem Bildhauer erschaffen. Fotos sind mittlerweile inflationär vorhanden. Viele Künstler bedienen sich dieser Bilderflut und arbeiten mehr als Archivare oder Sammler, denn als Fotografen. Sie fotografieren nicht mehr selbst, sie wählen aus.

Große Fotografen und Hochschullehrer wie Andreas Gursky wissen nicht einmal mehr, wie das heißen sollte, was sie da lehren:

„Das zu benennen, was wir machen, ist gar nicht so einfach“, sagt Gursky. „Es ist keine Malerei, es ist eindeutig Fotografie und auch keine eindeutige Fotografie. Als man mich an die Akademie berufen hat, wusste man nicht, wofür man mich berufen soll. Dann war es erst einmal ein Lehrstuhl für Freie Kunst. Das war Quatsch, denn Bildhauerei, Malerei ist auch Freie Kunst, jetzt ist es eine Professur für Bildkunst.“ Bildkunst – weil die Disziplinen nicht mehr klar voneinander zu trennen sind.

Auch „fremde“ Techniken kommen zum Einsatz:

Selbst die klassische Fotokamera wird von vielen Künstlern wie Mischa Kuball infrage gestellt. Er bedient sich eines Röntgenapparats um seine Polaroid-Kamera abzubilden. Mischa Kuball interessiert der Übergang vom realen Objekt zum Abbild. „Ich bin konzeptueller Künstler“, sagt er, „der mit dem Medium Fotografie arbeitet. Für diese Ausstellung habe ich mich sehr engagiert, weil ich gerne etwas zeigen möchte, was so aussieht wie Fotografie, was aber mit dem Bild, das wir von Fotografie haben und dem Verständnis davon nichts mehr zu tun hat.“

All das passt sehr gut zu den Zukunftsdiskussionen rund um das Buch und den Buchmarkt, wie wir sie derzeit immer wieder erleben. Da wird oft so diskutiert, als ob sich die eine Zukunft beschreiben ließe. Doch die Zukunft wird in dieser Hinsicht nicht nur facettenreich sein. Wir stellen vielfach auch hier fest, dass die alten Begriffe schlicht nicht mehr passen und den Blick auf die Zukunft eher behindern als ihn hilfreich zu leiten:

Was ist ein Buch? Das zentrale Unterscheidungsmerkmal des Buches scheint zu sein, dass hier in den meisten Fällen die Schriftform dominiert:

„Als materielles bzw. physisches Objekt oder elektronisches Speichermedium ist das Buch Produkt eines handwerklich oder maschinell geprägten Herstellungsprozesses. Es besteht aus einen Trägermaterial (…) und den darauf aufgebrachten Sprach- und Bildzeichen (…).
(…)
Als Zeichenträger speichert das Buch nicht nur Sprach- und Zahlzeichen (…), sondern auch Musiknoten (…) und Bilder (…). Entwicklung und Geschichte des materiellen Gegenstandes Buch verweisen aber auf eine Dominanz der sprachlichen Zeichen, auf die die Ökonomie der Buch-Formen ausgerichtet ist. In der Buch-Kommunikation findet Sprache die ihr gemäße Ausdrucks- und Überlieferungsform durch das Medium der Schrift.“
(Quelle)

Es gab aber schon immer auch kuriose Bücher – so wie die Kuthodaw-Pagode, das angeblich größte Buch der Welt:

Die Kuthodaw-Pagode (Pagode der Königlichen Verdienste) ist eine 1868 fertiggestellte Anlage in der myanmarischen Stadt Mandalay. Sie besteht aus 729 pavillonartigen Tempeln, in denen je eine weiße Mamorplatte liegt. (…) Auf den Marmorplatten ist der Pali-Kanon niedergelegt, das Leben und die Lehren Buddhas.

Man kann den Buchbegriff also auch weiter fassen und wie im Fall der Kuthodaw-Pagode von „Buchformen“ sprechen, was dann auch die Steintafel und die Schriftrolle umfasst:

„Buchformen, vom Trägermaterial und der Art seiner Weiterverarbeitung abhängige physische Form der Speicherung längerer zusammenhängender Texte oder mehrerer Texteinheiten, die auch illustriert sein können.“ (Quelle)

Doch auch hier dominiert die Schriftform. Was aber passiert, wenn die digitale Technologie alte Buchformen ablöst?:

„Die Geschichte der Buchformen zeigt zwar, dass phasenweise mehrere Buchformen nebeneinander Bestand haben und verwendet werden können (z.B. Codex und Buchrolle, Handschrift und Druck); in aller Regel jedoch löst die auf innovativen Technologien basierende Buchform mittel- und langfristig die Vorgängerform ab.“ (Quelle)

Natürlich könnte man dann noch zwecks Abgrenzung gewisse Prinzipien betonen, für die Bücher bisher standen. Nick Carr benennt vier solche Fixpunkte:

  • Integrity of the page
  • Integrity of the edition
  • Permanence of the object
  • Sense of completeness

Dann stellte sich aber die Frage, welchen Wert die Übertragung dieser Fixpunkte auf die digitale Welt hat. Inhalte zu fixieren und abzuschließen, wird sicher auch künftig einen Wert darstellen. Viele der Fixpunkte von Büchern werden aber von anderen Medienformen wie der Film-DVD oder der Musik-CD geteilt. In der Übertragung auf die digitale Welt wäre eine solche Abgrenzung daher also nicht buchspezifisch. Wahrscheinlich ist es zunächst sinnvoller, die Durchlässigkeit der elektronischen Form über eine Umkehrung dieser Fixpunkte deutlich zu machen, so wie es Kevin Kelly tut.

Interessanterweise spricht ja auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Buchbranchen-Verband seit geraumer Zeit nicht mehr vom Buch, sondern vom Prinzip Buch und hat dazu sogar einen Gestaltungswettbewerb ausgerufen. Ich weiß nicht, ob man sich über die Mitgestaltungschance freuen oder aufgrund einer möglichen Ratlosigkeit an zentralster Branchen-Stelle sorgen sollte:

„Das Prinzip Buch“ – anhand dieses Begriffes diskutiert die Buchbranche die digitale Entwicklung des Marktes. Hinter dem Prinzip steht der Gedanke, dass Inhalte in vielen Erscheinungsformen angeboten werden – als Print-Bücher, E-Books, Hörbücher oder für mobile Endgeräte. Bedeutet diese Entwicklung ein Umbruch oder ein Neudenken der Buchbranche? Wir laden die Teilnehmer ein, das „Prinzip Buch“ zu hinterfragen und gestalterisch zu erfassen. Grundsätzliche Leitfragen bei der Ausarbeitung können sein:

  • Was hat es mit dem „Prinzip Buch“ auf sich?
  • Wie sieht die Zukunft des Buches aus?
  • Wie sieht das Buch in der Zukunft aus?
  • Wie wird unser Leseverhalten von den Entwicklungen beeinflusst?
  • Welche Auswirkung hat der digitale Wandel auf unser Denken, auf die Kunst, auf unsere Gewohnheiten?

Der Fokus auf ein vermeintliches Prinzip Buch führt aus meiner Sicht in alle möglichen Richtungen, aber nicht unbedingt in die Zukunft, wenn man die Breite des Buchmarktes im Blick hat. Neue Medienformen von den alten her zu denken, funktioniert nur bedingt. Das Kennzeichnende am Buch ist – wie oben erwähnt – v.a. die Schriftdominanz, also eine Textlastigkeit. Doch wie sinnvoll ist ein Fokus auf dieses Unterscheidungsmerkmal bei digitalen Produkten? Man muss sich nur die ersten so genannten „enhanced e-books“ anschauen, um zu sehen, wie sehr die Grenzen der Inhalte-Arten verschwimmen.

Je länger ich darüber nachdenke, desto stärker wird meine Überzeugung, dass der Buchbegriff eher hinderlich ist beim Nachsinnen über die Zukunft. Vielleicht sollten wir dem künftigen Nischenmarkt der P-Books den Buchbegriff überlassen und für neue Produkte auch neue Begriffe nutzen. Für mich hat die Zukunft des Buches weniger mit der Technik zu tun. Technisch möglich ist fast alles. Viel entscheidender ist, was der Leser bzw. Kunde eigentlich will. Hier liegt der Schlüssel zur Zukunft. Für das aber, was der Kunde jeweils will, wird man jede geeignete Technik und Inhalte-Art nutzen müssen bei der Entwicklung künftiger Produkte und Services. Hier eine Unterscheidung nach Schrift-, Ton- oder Bewegtbilddominanz vorzunehmen, scheint mir wenig hilfreich zu sein. Interessanterweise ist gerade die alles entscheidende Kenntnis der Endkundenbedürfnisse bei vielen Verlagen heute kaum gegeben. Sie beschränkt sich bisher oft auf Verkaufszahlen.

Viel spannender finde ich die Frage nach der künftigen Bedeutung von Schrift überhaupt. Wir sind heute „people of the screen“ und nicht mehr „people of the book“. Bildschirme umgeben uns überall. Die Technik hinter diesen Bildschirmen wird immer leistungsfähiger und das Inhalte-Angebot wird immer reichhaltiger. Da heute jeder ins Internet schreiben kann, nimmt natürlich auch die absolute Textmenge zu. Doch Schrift wurde irgendwann mal erfunden als Hilfsmittel, um mit Botschaften Raum und Zeit zu überbrücken. Nun können wir dafür dank Internet aber auch die gewissermaßen „natürlicheren“ Formen Bewegtbild und Ton verwenden und das im Gegensatz zu früher ohne hohe Kosten. In vielen Fällen ist das auch sinnvoll. Ich könnte mir daher gut vorstellen, dass die relative Bedeutung von Schrift zurückgehen wird.

Bildquelle: NamensnennungKeine Bearbeitung Bestimmte Rechte vorbehalten von World/In/My/Eyes

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Gedanken von Bonnier R&D und mir zur Zukunft der Zeitschriften

Während des Querlesens diverser Blogs bin ich bei UPLOAD und den Blogpiloten auf das interessante Video unten gestoßen. Dort zeigt Bonnier R&D, wie es sich die Zukunft von Zeitschriften vorstellt. Eine Kernaussage ist, dass man sich von dem aus der Papierwelt übernommenen Blättern lösen müsse, um auf neue und den digitalen Medien angemessene Lösungen zu kommen. Das sehe ich genauso und hatte auf Basis der gleichen Überlegung mal über einen Literatur-Ticker nachgedacht.

Grundsätzlich ist mein Eindruck, dass auch das vorgestellte Konzept von Bonnier R&D eines des frühen Übergangs ist. Auch die Bonnier-Lösung orientiert sich für meinen Geschmack noch stark an der Print-Welt. Dort werden ebenfalls Bilder mit mehr oder weniger langen Texten kombiniert, wenn sie auch anders angeordnet sind. Ich bin mir aber unsicher, ob wir gerade in dem Bereich, der heute durch bildlastige Magazine abgedeckt wird, langfristig so viel Text nutzen werden.

Ich könnte mir eher vorstellen, dass man im Dienste der bestmöglichen Informationsvermittlung und Ansprache der Menschen künftig immer stärker versuchen wird, alle relevanten Sinne anzusprechen. Denn wenn man auf einem Display Bilder und Texte sieht, stehen beide Elemente im Wettbewerb um die Aufnahmefähigkeit der Augen. Viel besser funktioniert das Ganze, wenn sich die Augen auf die Bilder (bzw. Bewegtbilder) konzentrieren können und die sonstigen Inhalte über die Ohren aufgenommen werden können. Das Fernsehen macht dies erfolgreich vor.

Spannend finde ich daher, auf welche Weise man versuchen könnte, künftig weitere Sinne einzubeziehen. Wenn ich mir das Magazin der Zukunft zu erträumen hätte, würde ich mich also nicht auf das Sehen beschränken, sondern auch das Hören sowie den Tast-, Geschmacks- und Geruchssinn einbeziehen wollen, um auch über diese Sinne Informationen zu vermitteln.

Video (8 min.):

Vielleicht sollte sich Dr. Bernd Buchholz mehr Zeit für Social Media nehmen?

Dr. Bernd Buchholz ist Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr, dem größten Zeitschriftenverlag in Europa. Auf der dmexco antwortete er kurz (Video: 1 min.) auf folgende Frage: „Welche Rolle spielt Social Media in der Vermarktung?“

 

Dr. Bernd Buchholz trennt die Geschäfte von Gruner + Jahr und Facebook & Co. recht klar. Er sieht sich in der Rolle, in Social Networks relevante Inhalte bereitzustellen. Andererseits beschäftigt er sich selbst kaum aktiv mit diesen Plattformen, wenn man seinen Worten Glauben schenken darf:

Einfach nur Communities zu organisieren, wäre nicht unsere Kernleistungsfähigkeit – das können sicherlich andere auch besser. Und wenn Sie danach fragen, was Facebook und MySpace und viele andere für mich für eine Rolle spielen, dann sage ich ganz ehrlich: Bei meinen Kindern spielt das eine wesentliche Rolle und ich selber habe dankenswerterweise zu wenig Zeit, um mich wirklich in einer solchen Community aktiv einzubringen und deshalb spielen sie ehrlich gesagt für mich eine untergeordnete Rolle.

Ich bin mir nicht so sicher, ob sich die Geschäftswelten von Gruner + Jahr und Facebook & Co. so einfach trennen lassen. Auch Facebook hat aus meiner Sicht u.a. das Ziel, relevante Inhalte bereitzustellen. Es wählt jedoch einen technischen Ansatz, indem es den Nutzern die Möglichkeit gibt, selbst die Relevanz von Inhalten individuell zu bestimmen, indem diese Inhalte bspw. durch den Social Graph gefiltert werden. Vielleicht sollte sich Dr. Buchholz aber auch einfach mehr Zeit für diese für ihn neuen Kommunikationsformen nehmen, um besser nachvollziehen zu können, wie seine „Zielgruppen“ heute für sie relevante Inhalte finden?

Besonders interessant finde ich Dr. Buchholz‘ Standpunkt vor dem Hintergrund der derzeitigen Verluste seines Hauses und der Tatsache, dass er selbst bekennt: „Es geht uns nicht gut“. Eine wichtige Ursache sind sicherlich die konjunkturellen Einflüsse. Ich denke aber, dass strukturelle Veränderungen einen mindestens ebenso großen Einfluss haben, in deren Rahmen das Thema Social Media eine sehr wichtige Rolle spielt.

UPDATE: Hier finden Sie noch ein paar Gedanken zum Thema Social Networks ≠ Communities.

Juan Enriquez: The ultimate reboot

Mashable schreibt:

Juan Enriquez‘ talk is a slow burner; you don’t get to the tech stuff until about half way through. But he’s also a really entertaining speaker, so you tend not to mind. Starting from the current global economic downturn, Juan argues that there is a much bigger disruption to global society on its way, spurred on by rapidly developing technologies like biotech and robotics. In his words, we are looking at society’s “ultimate reboot.” This one is worth sticking with!

Das Video (19 min.):

Viele Unternehmen ignorieren die Chancen des Social Web

Im Rahmen der Untersuchung Social Media Company Monitor 2009 wurden leitende Angestellte, Vorstände, Geschäftsführer oder Firmeninhaber von insgesamt 350 Unternehmen durch Studenten der Cologne Business School zu den (Hype-)Themen „Web 2.0“ und „Social Media“ befragt. Dabei ist mindestens ein interessantes Ergebnis herausgekommen: Die Hälfte der Unternehmen plant für die Zukunft keinerlei Nutzung der interaktiven Plattformen im Internet:

Welche Social-Media-Aktivitäten planen Sie in der Zukunft?

 

Diese Aussage finde ich durchaus erstaunlich. Man könnte auch sagen, dass die Hälfte der befragten Unternehmen nicht mit ihren Kunden reden will. Das scheint mir ein gewagter Standpunkt zu sein.

Dass in diesem Falle tatsächlich Potenzial verschenkt wird, legen Zahlen bei eMarketer nahe:

 

Demnach zeigt in den USA immerhin die Hälfte der Nutzer von Social Networks, also der Plattformen, die viele deutsche Unternehmen meiden wollen, aktiv Interesse an Unternehmen und deren Social-Media-Präsenz. Das positive Feedback überwiegt zudem das negative und damit dürften auch die Chancen die Risiken überwiegen. Umso verwunderlicher erscheint mir der Standpunkt, diese Chancen nicht nutzen zu wollen.

Common wisdom over the past few years has been that people are interested in interacting with social network friends, not marketers. Not so, according to Anderson Analytics’ May 2009 survey—52% of social network users had become a fan or follower of a company or brand, while 46% had said something good about a brand or company on a social networking Website—double the percentage who had said something negative (23%).

via: internetworld.de

Jon Fine über die Zukunft des Journalismus

Jon Fine arbeitet für die Business Week und für CNBC. In dem Video (s.u.) spricht er über Entwicklungstendenzen im Journalismus. Gleich zu Beginn beschreibt er, wie er und andere Journalisten über verschiedene Plattformen verschiedene Zielgruppen bedienen und Netzwerke pflegen. Das passt sehr gut zum Schlagwort „Community First“, wie ich es vor ein paar Tagen beschrieben habe.

„Community First“ steht für ein Prinzip, wie sich die Medienwelt gewandelt hat. Für Buchverlage bedeutet das bspw., dass die Verlage und deren Mitarbeiter, die Autoren und selbst einzelne Bücher eigene „Communities“ haben. Die Community der Nachrichtenhäuser wiederum wird maßgeblich von deren Journalisten aufgebaut und gepflegt. Je stärker die Journalisten als Community-Builder sind, desto stärker wird die Medienmarke. Robert Scoble von der Fast Company ist ein gutes Beispiel dafür.

Doch die Übergänge sind fließend, wie es auch Jon Fine beschreibt. Die Community einzelner Journalisten geht natürlich über die Arbeit für ein Nachrichtenunternehmen hinaus. Sie betreiben auch Blogs und sind anderweitig publizistisch tätig. Jeweils mit etwas anderem Fokus. Die Herausforderung für Journalisten besteht darin, all diese Plattformen und Instrumente sowohl intellektuell als auch technisch zu beherrschen. Die Herausforderung für Medienunternehmen besteht hingegen darin, die besten zu ihrer Marke passenden Community-Builder zu gewinnen und deren Communities im Sinne des Unternehmens zusammenzuführen und zu nutzen.

Hier nun das Video zum Interview mit Jon Fine:

via: Claudia Sommer