Die Lautkarte der Emotionen

Sprache ist alt. Noch älter sind Laute der Verständigung, die relevante Empfindungen transportieren können. Wissenschaftler von UC Berkeley haben das mal untersucht und 24 Arten von unterscheidbaren Emotionen rausgefiltert, die wir auf diese Weise vermitteln. Und sie haben daraus eine Karte gebastelt, wo man sich das jeweils in Abstufungen anhören kann. Mega. Sicher auch praktisch, um es beispielsweise für Roboter oder Sprachassistenten einzusetzen.

2 comments

  1. Die Dimensionen der nonverbalen Kommunikation beschäftigen Wissenschaftler seit den 90er Jahren wieder intensiver, nachdem die „Ausdruckspsychologie“ lange als Holzweg betrachtet worden war, beinahe so schlecht beleumdet wie die Lavater’sche „Physiognomik“, die Goethe als Anhänger und den Physiker Georg Christoph Lichtenberg zum bissigen Kritiker hatte.
    Siegfried Frey erforschte den Bereich der Mienen und Gesten in den 90er Jahren mit den neuen Möglichkeiten der Videographie und legte mit „Die Macht des Bildes“ (Link zum Inhaltsverzeichnis: https://d-nb.info/955406501/04) eindrucksvolle Beweise dafür vor, wie stark Kommunikation und Verhalten von den nonverbalen Signalen abhängen.
    Der blinde Fleck der meisten Untersuchungen liegt in der mechanischen Zuordnung von Gefühlen und Ausdrucksformen (Mienen, Gesten, Phonen). Der Impuls der Signale ist aber nicht kausal – vom Gefühl – sondern final, also von dem (unbewussten) Ziel des Signalgebers bestimmt. Es handelt sich um komplexe Wechselwirkungen, die entwicklungsgeschichtlich viel älter als die Sprache, aber ebenso wirkmächtig wie lebenserhaltende Gefühle sind.
    Mich hat das als Naturwissenschaftler viele Jahre lang ebenso beschäftigt wie als Schauspielregisseur und Wissenschaftsjournalist. So entstand „Der menschliche Kosmos“. Ich freue mich sehr, dass dieses Forschungsfeld weiter beackert wird und fruchtbar ist. Es ist ziemlich unerschöpflich.

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