„Wer über Rechtspopulismus einfach nur berichtet, wird ein Teil von ihm.“

Lesenswertes Interview von ZEIT ONLINE mit Jay Rosen zum Kernproblem der heutigen politischen Öffentlichkeit und dem Journalismus im Wandel:

Eine Lehre ist: Wer über Rechtspopulismus einfach nur berichtet, wird ein Teil von ihm. Es reicht nicht aus zu sagen: „Das ist passiert, also berichten wir darüber.“ Eine andere Mahnung lautet: Weil Trump ein völlig schamloser Politiker ist, ist es unmöglich, ihn mit irgendetwas zu beschämen. Es bringt nichts, ihm vorzuhalten, wie viel negatives Feedback er für diese oder jene politische Maßnahme bekommen würde. Denn Trump lebt von der Kontroverse. Gewissermaßen lebt er sogar vom Hass gegen ihn, denn der hilft ihm, das Land weiter zu polarisieren. Wenn ein Medium nicht zu einem Teil der rechtspopulistischen Agenda werden möchte, dann muss es eine eigene ‚reporting agenda‘ entwickeln und öffentlich machen. 

 

„Journalisten werden die Öffentlichkeit selbst verteidigen müssen“

Melanie Raabe ist für weniger Dünkel bei der Literaturvermittlung

„Das ist nur die halbe Wahrheit. ‚Die Leute‘ sollen nicht nur endlich wieder (mehr) lesen. Sie sollen auch das lesen, was wir vermeintliche Experten uns so vorstellen.“

<3

Ich fand es schon immer befremdlich, dass oft die Nase gerümpft wird über genau die Produkte und Kunden, die den eigenen Laden querfinanzieren. Umso mehr befürworte ich, was die Bestseller-Autorin Melanie Raabe anlässlich des Rückgangs der Buchkäuferzahlen in derstandard.at schreibt – es braucht frische Formen der Vermittlung ohne Scheuklappen:

Wer möchte, dass andere sich öffnen, muss sich selbst öffnen

 ‚The Art of Gathering: How We Meet and Why It Matters‘ (Englisch) von Priya Parker (Riverhead Books, 2018)„To get the group to be vulnerable, he said, we facilitators needed to share an even more personal story than we expected our clients to. We would set the depth of the group by whatever level we were willing to go to; however much we shared, they would share a little less. We had to become, in effect, participants.“
― Priya Parker

 

Aus dem Buch: The Art of Gathering: How We Meet and Why It Matter

(via swissmiss)

Birgit Schmitz (HoCa): Der schrumpfende Literaturmarkt braucht mehr Veranstaltungen

Birgit Schmitz, Programmleiterin beim Hoffmann und Campe Verlag, bringt aktuell in der ZEIT buchbranchenseitig recht gut auf den Punkt, warum wir ORBANISM machen und als Werkzeugkasten für Begegnungsformate entwickeln:

„Man müsse davon ausgehen, ‚dass sich der Literaturmarkt auf einem niedrigeren Niveau konsolidieren wird.‘ (…) In der Praxis sieht Schmitz vor allem zwei Verbesserungsmöglichkeiten: Mehr Veranstaltungen rund um das Buch, um es im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.“ (via Buchreport)

Letztlich zeigt ja auch die inzwischen berühmt-berüchtigte 6-Millionen-Buchkäuferschwund-Studie vom Juni 2018 im Ergebnis, dass es genau davon mehr braucht.

6 Arten des Gebens

„We’ve found six profiles of giving:

  • Experts share knowledge.
  • Coaches teach skills.
  • Mentors give advice and guidance.
  • Connectors make introductions.
  • Extra-milers show up early, stay late, and volunteer for extra work.
  • Helpers provide hands-on task support and emotional support.“

Ein insgesamt lesenswerter Beitrag bei Harvard Business Review für alle, die in Netzwerkbeziehungen arbeiten – also alle: Beat Generosity Burnout

(via swissmiss)

Die Qualität von Beziehungen ist entscheidend

Interessante Untersuchung: These charts show who you’ll spend your time with across your lifetime

Daraus:

„And from the age of 40 until death, we spend an ever-increasing amount of time alone.
(…)
An interesting note: One doesn’t have to be alone to be lonely. More than half of the lonely respondents in the UCSF study lived with a partner. To feel connected to others, it seems, the number of hours spent on relationships is less important than the quality of the relationship itself.“

(via Florian Blaschke)

Der denkbar schüchternste Mensch

„Etwa die Hälfte der Befragten gibt an, sie hätten Hemmungen, Menschen auf Messen anzusprechen, die sie nicht kennen. Hier können Networking-Events Abhilfe schaffen und den ersten persönlichen Kontakt erleichtern, so die Autoren der Studie.“ 
(via „Millennials wünschen sich interaktivere Messen“)

Meine gedankliche Leitfigur bei der Konzeption solcher Anlässe ist deshalb immer der schüchternste denkbare Mensch.

Siehe dazu auch:

(via Anne Seubert)

Menschenvernetzer – neue ORBANISM-Interviewreihe

Wir bei ORBANISM mögen Menschen, die Menschen zusammenbringen. Deshalb stellen wir sie in unserer „Menschenvernetzer“-Interviewreihe künftig regelmäßig im Blog vor. So entstehen Beiträge, die Aufmerksamkeit auf jene lenken, die sonst andere auf die Bühnen dieser Welt heben, und die zeigen, wie Gemeinschaft heute in den unterschiedlichsten Kontexten erfolgreich gelebt werden kann. Ich freue mich sehr darüber.

Los geht’s mit Markus Gogolin, Director Marketing Strategy bei der Frankfurter Buchmesse. Weitere folgen. Über Ideen für andere interessante Gesprächspartner freue ich mich immer.

 

Markus Gogolin: Das Wichtigste passiert zwischen den Slots

Markus Gogolin mit Leander Wattig im ORBANISM SPACE 2015

Die Bücher der Stiftung Warentest – Moderation im Rahmen von #verlagebesuchen

Ich liebe an meinem Job, Einblick in so unterschiedliche Felder und Häuser zu bekommen. Gerade Schnittstellenbereiche interessieren mich dabei immer sehr. Daher freue ich mich auf meine Moderation für die Stiftung Warentest, die tatsächlich auch einen Buchverlag hat und diesen im Rahmen der ohnehin unterstützenswerten, weil Black Boxen öffnenden Reihe #verlagebesuchen vom Börsenverein Berlin-Brandenburg vorstellen wird. Eintritt frei. Ihr lernt u.a. den Cheflektor, die Herstellungsleiterin und den Vertriebsleiter kennen. Und es gibt Snacks.

Von Vorsorgevollmacht bis Kombucha Pilz: Die Bücher der Stiftung Warentest #verlagebesuchen

Stiftung WarentestFoto: Stiftung Warentest