Kategorie: Buchbranche

Frankfurter Buchmesse 2018

Wollte dieses Jahr ursprünglich kürzer bleiben, aber am Ende wurden es doch wieder 6 Tage – voller Sonne, Sommergefühl, mit unzähligen tollen Menschen und Begegnungen, wichtigen Themen, vielen Projekten und auch ein bisschen Frankfurt-Liebe, die ich mit mir trage, seit ich hier gewohnt hab. Buchmessen können immer noch dieses Flow-Gefühl erzeugen, das sehr besonders und anziehend ist, wenn man es mal erlebt hat. Zugleich hatte ich den Eindruck, dass nicht nur etliche Verlagspartys abgesagt wurden, sondern dass sich auch alle möglichen Empfänge, Feiern und Zusammenkünfte schneller leerten als „früher“. Wenn ich überlege, mit welchen positiv Verrückten man vor 6, 7, 8 Jahren noch so unterwegs war, dann sind viele davon gar nicht mehr in der Branche und vielleicht fehlt das dann halt irgendwann auch einfach. Man spürt natürlich auch den wirtschaftlichen Druck ob des Buchkäuferschwunds. Zugleich sehe ich überall Menschen, die gute Geschichten lieben und suchen und die sich über tiefe Inhalte mit anderen, die ihr Thema teilen, zusammenfinden und was erleben wollen. Da geht so viel, es sieht dann vielleicht nur auch mal etwas anders aus. Neige ja eh dazu, eher die Chancen zu sehen, und wünsche mir noch mehr Aufbruchstimmung für die nächsten Jahre. Ich mach da auf jeden Fall mit. – Jetzt erstmal zurück nach Berlin, wo es ja auch ganz schön ist. 😊

Melanie Raabe ist für weniger Dünkel bei der Literaturvermittlung

„Das ist nur die halbe Wahrheit. ‚Die Leute‘ sollen nicht nur endlich wieder (mehr) lesen. Sie sollen auch das lesen, was wir vermeintliche Experten uns so vorstellen.“

<3

Ich fand es schon immer befremdlich, dass oft die Nase gerümpft wird über genau die Produkte und Kunden, die den eigenen Laden querfinanzieren. Umso mehr befürworte ich, was die Bestseller-Autorin Melanie Raabe anlässlich des Rückgangs der Buchkäuferzahlen in derstandard.at schreibt – es braucht frische Formen der Vermittlung ohne Scheuklappen:

Birgit Schmitz (HoCa): Der schrumpfende Literaturmarkt braucht mehr Veranstaltungen

Birgit Schmitz, Programmleiterin beim Hoffmann und Campe Verlag, bringt aktuell in der ZEIT buchbranchenseitig recht gut auf den Punkt, warum wir ORBANISM machen und als Werkzeugkasten für Begegnungsformate entwickeln:

„Man müsse davon ausgehen, ‚dass sich der Literaturmarkt auf einem niedrigeren Niveau konsolidieren wird.‘ (…) In der Praxis sieht Schmitz vor allem zwei Verbesserungsmöglichkeiten: Mehr Veranstaltungen rund um das Buch, um es im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.“ (via Buchreport)

Letztlich zeigt ja auch die inzwischen berühmt-berüchtigte 6-Millionen-Buchkäuferschwund-Studie vom Juni 2018 im Ergebnis, dass es genau davon mehr braucht.