Nina Behrmann: Jedes unrechtmäßig heruntergeladene E-Book fügt dem Autor finanziellen Schaden zu

Die folgenden fünf Fragen werden regelmäßig von den unterschiedlichsten Köpfen der Buchbranche beantwortet und die Interviews werden hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Büchern machen”, und die zum anderen die Veränderungen und Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Branche sichtbar werden lassen. Wenn Sie ebenfalls teilnehmen möchten, senden Sie Ihre Antworten und ein Bild von Ihnen bitte an Leander Wattig. Als Inspirationsquelle könnten Ihnen die bisherigen Interviews dienen. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Nina Behrmann Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern?

Ich bin ein Wortakrobat. Ich schreibe, übersetze und lektoriere. Und ehrlich gesagt gibt es nichts, was ich lieber machen würde.

Meine bevorzugten Genre als Autorin sind Erotik, Fantasy und Thriller. In den ersten beiden konnte ich mich auch schon unter diversen Pseudonymen austoben, u.a. als Jasmin Eden, Kira Maeda und Nina Hunter für die Verlage Ullstein, Heyne und Bastei Lübbe. Der Reiz des Autors ist, eigene Ideen und Geschichten zu formen und so umzusetzen, wie ich es mir vorstelle.

Als Übersetzerin knüpfe ich an genau dem Punkt an – die Geschichte wird dann nicht von mir geformt, sondern ich versuche, die Bilder, die ein anderer Autor gesponnen hat, in meine Sprache zu übertragen. „Den Film übersetzen“ nannte eine Freundin das einmal und ich finde, das trifft es ganz gut.

Als Lektorin habe ich meist noch keine fertige Geschichte vor mir – es ist ein Rohdiamant, aus dem der Autor und ich gemeinsam ein fertiges Buch machen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Für mich gibt es keinen typischen Alltag. Ich wäre gerne ein geordneter Mensch, der einen festen Tagesablauf hat, aber ich habe das bis heute nie geschafft.

In der Regel beschäftige ich mich am Morgen nach dem Aufstehen erst einmal mit E-Mails. Dann sage ich mir selbst, dass ich mit irgendwas anfangen sollte, versacke dann aber erst einmal auf Facebook, diversen Webcomicseiten und in Foren.
Meist erst gegen Mittag beginne ich mit der Arbeit. Das kann das aktuelle Manuskript, die nächste Übersetzung oder ein Lektorat sein. Manchmal fällt auch ein Gutachten dazwischen.

Wenn ich mit einer Sache begonnen habe, widme ich mich ihr auch den Rest des Tages. Ich kann schlecht zwischen den Bereichen umschalten und konzentriere mich dann jeweils nur auf einen. Dann kann es aber auch passieren, dass ich bis spät in die Nacht oder sogar die Nacht durcharbeite.

Wie hat sich Ihre Arbeit in den letzten Jahren bzw. in der letzten Zeit verändert?

Es sind mehr die Auswirkungen meiner Arbeit, die sich verändert haben. Für mich als Autor ist es toll zu sehen, wie viele Möglichkeiten man hat, seine Bücher selbst zu publizieren und wie einfach es für den Leser ist, Bücher auch digital zu jeder Zeit an jedem Ort lesen und runterladen zu können.

Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass der Wert von Büchern bzw. die Anerkennung der Arbeit, die dahinter steckt, ein Stück weit verloren gegangen ist. Für einige Leser ist nichts dabei, wenn man ein gelesenes E-Book einfach zum freien Herunterladen online stellt, oder es sich selbst kostenlos aus irgendwelchen Foren herunterlädt. Dass so etwas strafbar ist und man damit dem Autor schadet wird dabei vergessen oder bewusst ignoriert.

Fakt ist aber leider, dass man als Schriftsteller keine Reichtümer verdient und jedes (wirklich jedes!) unrechtmäßig heruntergeladene E-Book dem Autor finanziellen Schaden zufügt und ihn in Gefahr bringt, seinen Beruf an den Nagel hängen zu müssen.

Schreiben ist Arbeit, wie jede andere auch. Wird diese Arbeit nicht entlohnt, kann man diese Arbeit nicht mehr ausüben. Das ist leider eine sehr realistische Rechnung.

Was ist ein typisches Problem bei Ihrer Arbeit, für das Sie eine Lösung suchen?

Disziplin! Wie schon gesagt würde ich gerne viel strukturierter und vor allem auch mal parallel an verschiedenen Dingen pro Tag arbeiten können. Leider mache ich mir immer wieder selbst einen Strich durch die Rechnung. Es wäre schön mal einen Tagesablauf ganz nach Plan und Stundentaktung zu erleben. Aber bis mir das passiert muss noch eine Menge Wasser die Ruhr hinunterfließen …

Wo finden wir Sie im Internet?

Auf meiner Homepage www.kerimaya.de und auf meinem Blog kerimaya.wordpress.com. Und nicht zu vergessen im allseits beliebten Facebook unter Nina Behrmann.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Nina Behrmann


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