Lena Urzendowsky: Bücher interpretiere ich als Darstellerin oder lese sie ein

Die folgenden Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die »was mit Büchern« bzw. Publishing machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen und Publisher*innen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern oder im Bereich Publishing?

Lena Urzendowsky: Bücher interpretiere ich als Darstellerin oder lese sie ein

Mein Name ist Lena Urzendowsky, ich bin Schauspielerin und Bücher lese ich in erster Linie gerne in meiner Freizeit. Ansonsten interpretiere ich sie als Darstellerin oder lese sie als Hörbücher oder Hörspiele ein.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Diese Frage ist unmöglich zu beantworten, da jeder Tag völlig anders aussieht. Mal bin ich am Set, mal habe ich ein Casting oder einen Pressetag, mal sitze ich zu Hause und brüte über Texten oder recherchiere und suche nach Inspiration. Dann und wann gestalten Proben, Synchron- oder Sprachaufnahmen meinen Alltag oder das Lernen gewisser Fähigkeiten zukünftiger Rollen. Also, absolut unmöglich, da Regelmäßigkeit hineinzubringen.

Wie verändert sich Ihre Arbeit (z.B. durch die fortschreitende Digitalisierung)?

Recherche ist zumindest oberflächlich einfacher und oftmals schneller möglich. Auch Drehbuchbesprechungen werden immer öfter über Online-Konferenzen abgehalten, ohne dass man in ferne Städte reisen muss. Umwelttechnisch ist das sehr positiv, wohingegen Online- Proben oder -Castings, zusätzlich verstärkt durch die Pandemie üblich, natürlich weniger intim sind. Aber lieber so, als gar nicht.

Welche Erfolge konnten Sie in letzter Zeit feiern?

Ich habe mit »Kokon«, einem Kinofilm von Leonie Krippendorff wunderschöne Wertschätzungen über den ganzen Globus verteilt auf Filmfestivals bekommen. Unter anderem den internationalen Iris Prize vom Filmfest in Cardiff, UK, für die beste darstellerische Leistung. Das hat mich extrem gefreut. Außerdem ist seit kurzem die Amazon-Prime-Serie »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo« online, in der ich Stella, eine der Hauptrollen spiele. Mein neuestes Projekt ist ein Audible-Original-Hörbuch mit dem Titel »Die Wut-Life-Balance«, in dem ich einer jungen Frau meine Stimme leihe, die mit Agressionsproblemen zu kämpfen hat.

Lena Urzendowsky: Bücher interpretiere ich als Darstellerin oder lese sie ein

Wo hakt es? Was ist eine Herausforderung, für die Sie eine Lösung suchen?

Ich bin immer auf der Suche, meine Lebensweise umweltfreundlicher und nachhaltiger zu gestalten. Es fordert mich heraus, mir jahrelange Verhaltensweisen abzugewöhnen, von denen ich jetzt weiß, wie umweltschädlich sie sind. Zudem zerbreche ich mir oft den Kopf darüber, wie Kapitalismus und Wirtschaftswachstum jemals mit einer klimaneutralen Lebensweise zusammenpassen können und wie man ganze Gesellschaften und deren Politik davon überzeugen und dazu bringen kann, den Klimawandel endlich als Krise zu behandeln. #Fight every crisis.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Ich freue mich immer, wenn ich mich für Klimaschutz engagieren kann und meine Äußerungen auf fruchtbaren Boden fallen und von Menschen in Positionen gehört werden, die z.B. Gesetze erlassen können, die Inlandsflüge verbieten. Kontakte zu Politikern, die übers Hinhören hinaus daran interessiert sind, durch Gesetze und Erlassungen z.B. die Einhaltung der 1,5-°C-Grenze durchzusetzen, würden mich sehr freuen. Wenn ich diesbezüglich helfende Öffentlichkeitsarbeit leisten kann, dann immer gerne.

Wo finden wir Sie im Internet?

Man kann mich googeln und wird auf meine Agenturseite stoßen oder auch auf Instagram. Diesen Account führe ich auch selbst.

Wen sollten wir auch mal fragen? Wer macht Zukunftsweisendes im Publishing?

Eine gute Freundin von mir, Milena Reinecke macht tolle Philosophie-Radiobeiträge im Deutschlandfunk. Sehr zu empfehlen ist der Beitrag über Hedonismus in Verbindung zur Klimakrise, der also aus einer philosophischen Sicht die Frage behandelt, wie man sich und ob man sich Gutes tun kann, ohne dem Klima zu schaden.

Die Abschlussfrage darf natürlich nicht fehlen: Welches Buch hat Sie zuletzt beeindruckt?

Ich habe gerade »My Year of Rest and Relaxation« von Otessa Moshfegh ausgelesen und fand es sehr inspirierend.

 

Foto (c) Audible / Sven Krohn


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