Max Rose: Mit »audory« entwickeln wir eine Plattform für interaktive Hörbücher

Die folgenden Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die »was mit Büchern« bzw. Publishing machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen und Publisher*innen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern oder im Bereich Publishing?

Max Rose: Mit »audory« entwickeln wir eine Plattform für interaktive Hörbücher

Mein Name ist Max Rose und ich bin Gründer und Softwareentwickler. Mit meinem Start-Up »audory« entwickeln wir eine Plattform für interaktive Hörbücher. Bei einem interaktiven Hörbuch hört man einen Teil der Geschichte, bekommt anschließend eine Frage gestellt und kann dann selbst entscheiden, wie die Geschichte weitergeht. Wir bauen auf der einen Seite Software, mit der Autoren interaktiv schreiben können, und auf der anderen Seite bieten wir eine App für iOS und Android, in der die Hörbücher dann gekauft und gehört werden können.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich setze mich am Morgen an den Computer und programmiere bis in die Nacht Software. Dazwischen gibt es ein paar Meetings und Pausen, die ich mit Sport und leckerem Essen fülle.

Wie verändert sich Ihre Arbeit (z.B. durch die fortschreitende Digitalisierung)?

Über diese Frage habe ich noch nie direkt nachgedacht. Als Softwareentwickler war ich schon immer sehr digital unterwegs und da meine Generation mit Computern und Smartphones aufgewachsen ist, war es für mich selbstverständlich diese neuen Technologien zu nutzen. Glücklicherweise bin ich durch ein YouTube-Video auf das Programmieren gestoßen und habe es mir selbst beigebracht. Seitdem lerne und arbeite ich zum größten Teil digital.

Welche Erfolge konnten Sie in letzter Zeit feiern?

Nach einem erfolgreichen EXIST-Gründerstipendium und dem Markteintritt war es für mich ein Riesenerfolg, dass Autoren unsere Software nutzen, um interaktive Hörbücher zu entwickeln. Ich kann zwar die Software schreiben, aber würde niemals auf diese genialen Ideen kommen. Allein dieser Gedanke lässt mich morgens aus dem Bett springen.

Wo hakt es? Was ist eine Herausforderung, für die Sie eine Lösung suchen?

Das Plattform-Geschäftsmodell hat die Herausforderung des Henne-Ei-Problems: Ohne Autoren, die schreiben, gibt es keine Hörer, die hören können, und ohne Hörer, die hören, gibt es keine Autoren, die schreiben. Daher investieren wir selbst in Produktionen und spielen mit den »audory Originals« selbst Autor.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Jeder, der uns bei dem Lösen des Henne-Ei-Problems helfen kann. Wir stehen Autoren, die mitreißende Geschichten im 21. Jahrhundert schreiben möchten, Sprechern, die über unsere Plattform neue Aufträge bekommen wollen, aber auch Verlagen, die sich digital weiterentwickeln möchten, jederzeit gerne zur Verfügung!

Wo finden wir Sie im Internet?

Auf unserer Website oder bei Instagram sowie in den Appstores von Apple und Google.

Wen sollten wir auch mal fragen? Wer macht Zukunftsweisendes im Publishing?

Unsere besten Partner haben wir über Social Media gefunden. Auf der technischen Seite denke ich direkt an Marcel Hallensleben, der mit SoundSquirrel und einer Sprecherdatenbank mit Programmierschnittstelle unglaublich digital im Publishing unterwegs ist. Immer auf dem neuesten Stand ist auch Ines Zimzinski von den Höragenten, die ihre Ohren wirklich überall haben.

Die Abschlussfrage darf natürlich nicht fehlen: Welches Buch hat Sie zuletzt beeindruckt?

Ich lese eigentlich nur Sachbücher und hier bleiben mir vor allem zwei Werke im Kopf:

Aus »No Rules Rules: Netflix and the Culture of Reinvention« von Reed Hastings habe ich nochmal einiges über eine funktionierende Unternehmenskultur gelernt und diese radikale Perspektive zu Offenheit und Feedback hat mich wirklich beeindruckt!

Als Informatiker, der sich viel mit künstlicher Intelligenz beschäftigt, hat mich das Buch »Programming Collective Intelligence« von Toby Segaran mitgerissen. Viele Ansätze für smarte Anwendungen aus diesem Buch finden sich in der Software von audory wieder.

 

Foto (c) privat


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