Rabea Edel: Einen typischen Arbeitsalltag gibt es nicht mehr

Die folgenden Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die »was mit Büchern« bzw. Publishing machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen und Publisher*innen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern oder im Bereich Publishing?

Rabea Edel: Einen typischen Arbeitsalltag gibt es nicht mehr

Ich bin Schriftstellerin und Photographin, war mehrere Jahre Chefredakteurin eines Kunst- und Gesellschaftsmagazins und unterrichte zudem Jugendliche und Studenten im Bereich Kreatives Schreiben. Die Konzentration liegt derzeit wieder auf der Literatur, u.a. im Bereich Hörspiel und Roman, sowie ganz aktuell in der Buchproduktion eines Photokunstbuchs zum Thema Mutterschaft und Mental Health.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Einen typischen Arbeitsalltag gibt es nicht mehr. Im Moment hat die Pandemie natürlich alles verändert und ich bin deutlich flexibler geworden, Pläne können sowieso nur maximal 24h vorher gemacht werden. Das lässt aber auch Raum für Neues. Als Selbständige und Mutter eines Kleinkindes ohne Notbetreuungsbedarf, da die Kultur nach wie vor ja nicht als systemrelevant angesehen wird, bleibt zum Arbeiten also meist nur die Nacht. Tagsüber stehen Zoom-Treffen an, Organisatorisches bzw. die Arbeit mit der Photographie, die sich gut mit allem anderen kombinieren lässt, also das Editieren, Treffen mit Designerinnen und die Arbeit mit meinem Netzwerk, derzeit meist über digitale Tools. Zeit zum konzentrierten Schreiben finde ich nur zwischen 22:00 und 3:00, wenn alle schlafen.

Wie verändert sich Ihre Arbeit (z.B. durch die fortschreitende Digitalisierung)?

Dank Zoom oder sozialen Medien wie Instagram ist auch in diesen Zeiten die Möglichkeit der Kooperation gegeben – zugleich steigt aber der Druck. Ich versuche das alles kreativ zu nutzen, z.B. schreibe ich derzeit an einem Auftragshörspiel und arbeite hier eng mit einer Photographin und Filmemacherin zusammen – ohne WhatsApp oder Zoom ginge das gar nicht.

Welche Erfolge konnten Sie in letzter Zeit feiern?

Dass meine Crowdfunding-Kampagne so gut funktioniert hat. Das Thema Mutterschaft und Mental Health wird im Bereich der Kunst und Kultur oft gemieden – zudem funktionieren Kunstbuchverlage anders als literarische Verlage. Ich möchte mit diesem Buch gerne ein Narrativ zum Bild der im patriarchalen System verankerten Ideen der sofort glücklichen Neugeborenen Mutter hinzufügen.

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Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Aktuell: Kunstbuchverlage mit dem Schwerpunkt Photographie, die Interesse an diesem Projekt haben.

Wo finden wir Sie im Internet?

 

Foto (c) Kirsten Becken


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