Zu kurz gedacht: Lutz Heilmann & Co.

Viele Menschen tun sich schwer, die neuen durch das Internet geschaffenen Realitäten zu akzeptieren. Das liegt u.a. daran, dass sie die neuen Medien schlicht nicht (gut genug) kennen. Daher fehlt ihnen auch die zu deren Einschätzung und Beurteilung nötige Kompetenz.

Ein schönes Beispiel hierfür war in den letzten Tagen wieder einmal zu beobachten. Da versuchte der Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann mittels einer einstweiligen Verfügung die Verbreitung von aus seiner Sicht unwahren Informationen über Wikipedia zu verhindern. Erreicht hat er angesichts seiner mangelnden Medienkompetenz das glatte Gegenteil. Dank des ungeschickten Vorgehens hat nun alle Welt über Heilmanns Fall, die missliebigen Informationen und seinen letztlichen Rückzieher berichtet:

Es scheint immer noch nicht in allen Köpfen angekommen zu sein, dass wir in Zeiten einer Medienrevolution leben. Konkret heißt das, dass heute jeder Zugang zur Öffentlichkeit hat, was früher fast ausschließlich Medienunternehmen vorbehalten war. Dadurch kann aber auch jeder seine persönlichen Meinungen in die Öffentlichkeit tragen. Einzelne Meinungen unterdrücken zu wollen – gerade als in der Öffentlichkeit stehende Person – ist in den meisten Fällen sinnlos oder gar kontraproduktiv. Es ähnelt einem Kampf mit der Hydra, bei dem für einen abgeschlagenen Kopf sogleich zwei neue nachwachsen. Herr Heilmann hätte sich in der Rückschau sicherlich gewünscht, dass es nur zwei gewesen wären …

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