Wie man keine Zukunftsmärkte erobert

Virtuelle Güter sind eines der(!) Themen aktuell. Mit ihnen werden in den USA und v.a. in Asien schon Milliarden(!) umgesetzt:

Asian virtual goods market is seven times bigger than U.S.

Ganze Konferenzen werden zum Thema der virtuellen Güter erfolgreich abgehalten:

Virtual Goods Summit 2009

Dort werden interessante Vorträge gehalten, wie man mit virtuellen Gütern konkret Erfolg haben kann:

Why virtual economies defy the rules of your old college textbooks

 

Und auf welche Weise reagiert eine Person wie Dr. Clemens Riedl, als Geschäftsführer und Vice President Sales der VZnet Netzwerke Ltd. ein bedeutender Mann in der Szene der deutschen Social Networks und somit der gesamten deutschen Internetwirtschaft?

„Was sind virtuelle Güter? Eine Blume, die im Internet steht. Also: Ein Euro für nichts. Das halte ich nicht für ethisch.“

 

Da darf man sich nicht wundern, dass wir hierzulande viele Zukunftsmärkte nicht erobern …

Bildquelle: daveschappell (CC-Lizenz)

9 comments

  1. Facebook User says:

    Erschütternd, und zwar in mehrerlei Weise.

    Erstens hat das nichts, aber auch gar nichts mit Ethik zu tun. Das ist einfach Blödsinn, muss man nicht diskutieren. Und so etwas von einem Herrn der einen Doktortitel erworben hat.

    Zweitens sind virtuelle Güter seit Jahren im Netz etabliert und zwar in Form von Musik. Haben Sie einen mp3-Player Herr Riedl? Schonmal eine kostenpflichtige Musikflatrate genutzt? Sagt Ihnen der Name Napster etwas? Wenn nein, finde ich das erschreckend, weil man das in Ihrer Position kennen und mal benutzt haben sollte. Wenn ja sind sie nach Ihren Maßstäben unethisch.

    Und drittens kann Herr Riedl, der nach seinem Werdegang offenbar ein guter Ökonom ist, das ja alles unsinnig finden. Das ist jedermanns gutes Recht. Aber die Fakten zu ignorieren, 7 Mrd. revenue im asiatischen Raum, 1 Mrd. in den USA, das ist … ich halte mich mal zurück und nenne das Ignorieren dieser Tatsachen nur borniert.

  2. Dass die VZs gerade massiv den Anschluss an Entwicklungen im sozialen Netz verlieren (oder schon verloren haben), zeigte sich ja schon häufiger.
    Aber vielleicht möchte Riedl auch nicht in der Jamba-Ecke landen und mit der moralischen Keule verhauen werden, wenn sich zeigt, dass deutsche Schüler ihr Taschengeld in Blumen im Internet investieren. Klingeltöne sind auch virtuelle Güter und kosteten im „Spar-Abo“ sogar viele Euro für nichts. Wäre interessant zu wissen, ob in Asien die Klingelton-Diskussion jemals so hochgekocht ist wie hier. Wahrscheinlich nicht.

  3. Facebook User says:

    Einspruch gegen »viele Euro für nichts«. Ich finde Klingeltöne auch albern, aber im Prinzip sind sie das gleiche wie eine Blume bei facebook, einem Leihspiel von metaboli, einem Song von Nokias »Comes with music« oder auch ein ebook. Der Unterschied liegt doch eher in der kulturellen Wertigkeit, oder?

    • „im Prinzip sind sie das gleiche wie eine Blume bei facebook, einem Leihspiel von metaboli, einem Song von Nokias »Comes with music« oder auch ein ebook. Der Unterschied liegt doch eher in der kulturellen Wertigkeit, oder?“

      Sag ich doch! (Ironie geht leider manchmal schief…)

          • Facebook User says:

            Schreit ja eigentlich nach einer Diskussion der Grundbegriffe – wie definiert sich denn ein »virtuells Gut« sinnvoll? Wirkt im ersten Moment jedenfalls sinnvoll, Content darunter zu packen. Werde den Rest der VG Summit mal mit diesem Gedanken im Hinterkopf weiterverfolgen.

  4. Facebook User says:

    Laut Marco Koeder belegen übrigens Musik & Klingeltöne Platz eins auf der Liste »Top 10 mobile content« in Japan.

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