Das Impostor-Syndrom behindert Innovationen

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“

„Es ist ein Jammer, daß die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel.“ (Bertrand Russel)

Haben Sie auch das Gefühl, dass Sie noch nicht ganz an dem Punkt sind, sich auf Ihrem Arbeitsfeld so richtig gut auszukennen? Dass immer ein bisschen fehlt, um Ihre Sicht ohne Sorge vor anderen vertreten zu können? Dann leiden Sie vielleicht auch am Impostor-Syndrom, das angeblich nicht weniger als 70 % aller Leute haben sollen – insbesondere leistungsstarke Leute und Frauen allgemein. Was ist das Impostor-Syndrom?

The impostor syndrome (…) is a psychological phenomenon in which people are unable to internalize their accomplishments. (…) Regardless of what level of success they may have achieved in their chosen field of work or study or what external proof they may have of their competence, those with the syndrome remain convinced internally they do not deserve the success they have achieved and are actually frauds. Proof of success is dismissed as luck, timing, or as a result of deceiving others into thinking they were more intelligent and competent than they believe themselves to be.

Olivia Fox Cabane arbeitet für führende Unternehmen wie Google, deren exzellente Mitarbeiter dennoch oder gerade deshalb nicht gefeit zu sein scheinen gegen dieses Phänomen. Sie sagt, als Gegenmaßnahme sei eine Kultur wichtig, die ein Scheitern zulässt und nicht verdammt, sonst hindere man so manche Innovation am Entstehen. Das Thema scheint mir sehr interessant zu sein für die Diskussionen in Deutschland rund um das Internet. Wir neigen hier ja dazu, die Dinge stets sehr kritisch zu betrachten und oftmals eher die Risiken als die Chancen zu betonen. Scheitern ist quasi verboten, wenn man ohne Makel leben möchte. Es könnte also sein, dass solche Gefühlszustände, die mit dem Impostor-Syndrom beschrieben werden, bei uns eher gefördert als abgebaut werden, was uns insgesamt weniger innovationsfreudig sein lassen könnte. All das ist Spekulation, aber aus meiner Sicht als Gedanke dennoch spannend.

In diesem Video (6 min.) gibt Olivia Fox Cabane einen Einstieg ins Thema:

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