Doku über fanatische Christen in den USA zeigt viele Erfolgsfaktoren für ein „Community building“

„Community building“ ist ja ein beliebtes Schlagwort im Kontext des Social Webs. Unternehmen sollten jedoch in den allermeisten Fällen nicht versuchen, ein „Community building“ im strengen Wortsinne zu betreiben, weil es zu aufwändig wäre und ein Erfolg ganz grundsätzlich zu unwahrscheinlich ist. Stattdessen sollten Unternehmen anstreben, bereits vorhandene Gruppen mit gemeinsamen Interessen zu erkennen und ihnen Plattformen zur Vernetzung zu bieten – und zwar derart, dass am Ende der wirtschaftliche Erfolg erhöht wird.

Dass „Community building“ in keinem Fall funktionieren kann, stimmt genau genommen natürlich nicht. Es erfordert aber ausgefeilte Methoden und sehr viel Aufwand. Einen Eindruck davon, wie so etwas gemacht werden kann und welche „Erfolgsfaktoren“ dabei u.a. eine Rolle spielen, vermittelt die unten eingebundene Doku namens Jesus Camp über fanatische Christen in den USA. Ich teile nicht die Ansichten dieser Fanatiker. Sie sind aber zweifelsohne sehr erfolgreich bei dem, was sie tun, sodass man sich da manches Methodische abschauen kann. Die Doku ist relativ lang, lohnt aus meiner Sicht aber die Zeit:

Der Dokumentarfilm “Jesus Camp” führt in ein evangelikales Sommerlager für Kinder im Grundschulalter. Die beiden Filmemacherinnen Heidi Ewing und Rachel Grady begleiten die Pastorin Becky Fischer, Leiterin einer Pfingstkirche. (via Nerdcore)

Video, 1h 20 min.:

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  • Justiceduck

    Lieber Herr Wattig,
    Bitte empfehlen sie in diesem Kontext doch auch gleich die nationalsozialistische Gleichschaltung als ergiebige Quelle, um sich erfolgreiche Methoden zum Thema Large Scale Community Buildung „abzuschauen“. Damit würden sie direkt zur Quelle gehen, anstatt sich mit einer billigen Kopie zufrieden zu geben. Denn, wie sie ja vielleicht in dem Film gehört haben, diese Christen schauen sich ihre Techniken von extremistischen Muslimen ab. Diese wiederum haben sich im Zuge der begeisterten Lektüre von „Mein Kampf“ so einiges von den Nationalsozialisten abgeschaut.
    Letztendlich empfehlen sie also ausdrücklich Methoden, die genau so von den Nationalsozialisten zur Vernichtung des Individuums eingesetzt wurden. Diese Parallelen kann so ziemlich jeder ziehen, der den Film sieht. Selbst das „Gemeinsame Hassen“ aus Orwells „1984“ ist dort zu finden. Die Methoden des „Big Brother“ können sie übrigens, da sie anscheinend keinerlei Probleme mit den moralischen Implikationen haben, ebenfalls bedenkenlos zum „abschauen“ empfehlen.
    Dies mag zwar politisch unkorrekt sein, hat aber letztendlich denselben Inhalt wie ihr Vorschlag, sich etwas von der Gehirnwäsche abzuschauen, die militante Fundamentalisten systematisch an unschuldigen Kindern vornehmen. Und es wäre ehrlicher.

    • Ich freue mich, dass Sie Ihre Einschätzung und Sichtweise hier mit uns teilen. Ich bitte nur darum, mir diese nicht zu unterstellen.