Spannende Menschenvernetzer-Interviews

Wir mögen Menschen, die Menschen zusammenbringen. Diese Menschenvernetzer sind es, die einen Unterschied machen. Daher stellen wir solche Menschen bei ORBANISM im Rahmen dieser Interviewreihe vor. So entstehen Beiträge, die Aufmerksamkeit auf jene lenken, die sonst andere auf die Bühne heben, und die zeigen, wie Gemeinschaft heute in den unterschiedlichsten Kontexten erfolgreich gelebt werden kann.

Inzwischen sind da schon einige echt spannende Interviews mit tollen Leuten zusammengekommen. Ein Blick lohnt sich.

WER SCHON DABEI WAR – Personen

• Friederike Busch • Markus Gogolin • Nora Gomringer • Shai Hoffmann • Hauke Hückstädt • Sylvia Hustedt • Jennifer Lachman • Anke Mäder • Ulrike Reinhard • Nico Rose • Jürgen Siebert • Lina Timm • Rüdiger Wischenbart •

WER SCHON DABEI WAR – Organisationen

• African Book Festival Berlin • Buchmesse Convent • Carlsen Verlag •  Frankfurter Buchmesse • Internationales Künstlerhaus Villa Concordia • Literaturhaus Frankfurt • Media Lab Bayern • Publishers’ Forum • SWANS Initiative • u-institut • Veranstaltungsforum Holtzbrinck Publishing Group • XING •

Das 1. Hamburger Leseclubfestival – Veranstaltung mit Vorbildcharakter

„Stellt euch vor, ihr sitzt in einem Raum mit 20 anderen – und ihr habt alle das gleiche Buch gelesen. Es kommt aber noch besser: Die Autorin oder der Autor ist auch dabei!“⠀

Tolle Idee und sehr guter Ansatz vom mairisch Verlag, um das bei Büchern vielfach fehlende Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Letzteres war ja eines der Hauptergebnisse der Käuferstudie. Ich frage mich ohnehin, warum sowas nicht öfter gemacht wird, dass man da mal Kräfte, Interessen und Aufmerksamkeit bündelt vonseiten der Verlage und Veranstalter in dieser kleinteiligen Branche. Bravo, mairisch Verlag, die ja eh oft gute Aktionen machen.

Die Welt braucht nicht mehr Erfolg

„The plain fact is that the planet does not need more successful people. But it does desperately need more peacemakers, healers, restorers, storytellers, and lovers of every kind. It needs people who live well in their places. It needs people of moral courage willing to join the fight to make the world habitable and humane. And these qualities have little to do with success as we have defined it.“
David W. Orr

Foto: Christian Siedler (CC-Lizenz by-nd)

(via swissmiss)

1. Medienmacher Meetup in Berlin

Ich unterstütze Steady grad dabei, eine schöne Meetup-Reihe zu entwickeln. Das Thema liegt mir sehr am Herzen. Es ist ja die alte Frage, warum in den letzten 10-15 Jahren so wenig Nachhaltiges mit starker gesellschaftlicher Stimme aus der Bloggerecke entstanden ist – eben weil wir ein Geschäftsmodellproblem haben im Bereich der Nischen-Publikationen mit Einzel- oder Kleinredaktionen und viele dann in der ewigen Querfinanzierung versanden. Was kann man da tun? Das soll da alles diskutiert werden mit wechselnden Gästen, die konkrete Werkstatteinblicke und Erfahrungsberichte beisteuern. Daneben wollen wir auch einfach eine gute Zeit haben. Los geht’s am 12. Dezember mit Stefan Niggemeier von Übermedien. Eintritt frei, aber mit Anmeldung vorher. Kommt vorbei!

Der eigene Weg ist lang

Grad gedacht: hui, Oktober war doch die Zeit. Köpper ins kalte Wasser. Nach einigen Kundenprojekten schon als Student hab ich mich vor inzwischen 11 Jahren mit Überreichung des Diploms in Leipzig selbstständig gemacht. Alter weißer Mann kommt näher. Jeder ist da anders und alles ist ok, aber ich wollte immer was machen, das mich in der Abschätzung eben auch als alter weißer Mann noch begeistern wird, und mir da entsprechend was aufbauen. Zugleich war ich nie der Typ, der schon mit 5 wusste, was genau das ist. Nicht mal Lokführer wollte ich werden. Dann geht es nur übers schrittweise Ausprobieren und Schärfen, was dann gerne mal ein paar Jahre dauert, auch wenn man erfolgreich ist, und was nie ganz zu Ende geht. Wenn ich jedenfalls eines gelernt hab in der Zeit, dann dass man echt an sich glauben muss – bei gleichzeitiger Demut. Sobald man da ins Schwanken gerät, schwankt alles. Passiert eh ab und an, völlig ok, aber man sollte halt nicht aus der Kurve fliegen. Letztlich könnten wir noch viel mehr Initiativen und Formate gebrauchen, die den Leuten Mut machen und Wege aufzeigen, wie man „sein Ding“ finden kann. Zumindest für die, die so ähnlich gepolt sind. Weil das dann einfach ein gutes, eben ein sich selbst gemäßes Leben ist. In der Summe kommt uns das zudem als Gesellschaft zugute und es reichte ja auch nicht, einfach nur ein bedingungsloses Grundeinkommen zu haben, wenn ohne Plan. Ich unterstütze für meinen Teil alles, was in diese Richtung geht und die/den Einzelne(n) auf dem eigenen Weg stärkt. Denn der ist lang. Weiter geht’s.

Arne Helm hat jedenfalls alles richtig gemacht, wie ich irgendwann mal auf Hiddensee entdeckt hab. :)

Frankfurter Buchmesse 2018

Wollte dieses Jahr ursprünglich kürzer bleiben, aber am Ende wurden es doch wieder 6 Tage – voller Sonne, Sommergefühl, mit unzähligen tollen Menschen und Begegnungen, wichtigen Themen, vielen Projekten und auch ein bisschen Frankfurt-Liebe, die ich mit mir trage, seit ich hier gewohnt hab. Buchmessen können immer noch dieses Flow-Gefühl erzeugen, das sehr besonders und anziehend ist, wenn man es mal erlebt hat. Zugleich hatte ich den Eindruck, dass nicht nur etliche Verlagspartys abgesagt wurden, sondern dass sich auch alle möglichen Empfänge, Feiern und Zusammenkünfte schneller leerten als „früher“. Wenn ich überlege, mit welchen positiv Verrückten man vor 6, 7, 8 Jahren noch so unterwegs war, dann sind viele davon gar nicht mehr in der Branche und vielleicht fehlt das dann halt irgendwann auch einfach. Man spürt natürlich auch den wirtschaftlichen Druck ob des Buchkäuferschwunds. Zugleich sehe ich überall Menschen, die gute Geschichten lieben und suchen und die sich über tiefe Inhalte mit anderen, die ihr Thema teilen, zusammenfinden und was erleben wollen. Da geht so viel, es sieht dann vielleicht nur auch mal etwas anders aus. Neige ja eh dazu, eher die Chancen zu sehen, und wünsche mir noch mehr Aufbruchstimmung für die nächsten Jahre. Ich mach da auf jeden Fall mit. – Jetzt erstmal zurück nach Berlin, wo es ja auch ganz schön ist. 😊

Stellvertretender Vorsitzender der Theodor Fontane Gesellschaft

Jahrestagung der Theodor Fontane Gesellschaft, September 2018

Ein bunter Tag gestern in Dresden: Moderation der Mitgliederversammlung, Theodor Fontanes Ururenkel verabschiedet unseren Sekretär nach 27 Jahren Tätigkeit für die Fontane Gesellschaft mit einer grandiosen Rede in den Ruhestand, ein neuer Vorstand wird gewählt (wiedergewählt, yay) und unser neuer Vorsitzender, Prof. Dr. Roland Berbig, hat mich kalt erwischt, indem er mich zu seinem Stellvertreter ernannt hat. Freue mich auf jeden Fall auf die erweiterte Rolle bei der Aufgabe, die Gesellschaft zu verjüngen und das Modell Literaturgesellschaft für die Zukunft zeitgemäß aufzustellen. Wir haben immerhin ca. 800 Mitglieder, die jedoch nicht jünger werden, und zugleich springen da draußen viele Fontane-Fans rum, denen es passende Angebote zu machen gilt.

Neugier ist etwas Gutes

Ich find Neugier ja was Gutes. Und immer mal was Neues auszuprobieren. Seit das Knie nicht mehr so zwickt, mach ich das auch wieder mit dem Joggen. Mit das Beste ist eigentlich, dass man da gut nachdenken kann, dass man rumkommt, Orte entdeckt und dass man Menschen beobachten kann. Das hab ich immer schon gern gemacht. Ich bin gerade in Greifswald und hier ist die Strecke beispielsweise wunderschön: von der Altstadt über den Museumshafen den Fluss Ryck entlang bis zum Fischerdorf-Stadtteil Wieck, dort zur Klosterruine Eldena, kurz die Luft der Geschichte einatmen und dann zurück wieder den Fluss entlang in den Sonnenuntergang hinein. Was mir heute dabei wieder aufgefallen ist: Während ich da langhechele, ist es ja so, dass man alle vorbeilaufenden Jogger kurz grüßt. Also zumindest so 80 Prozent, die dann rüberschauen und nicht zu cool dafür sind. Das gilt aber nur für Typen. Bei denen waren es heute so 15/20 an der Zahl. Ungefähr genauso viele Frauen sind vorübergelaufen, haben aber meist nicht mal geschaut und wenn dann habe ich anders als letzte Woche auf dem kuschlig-netten Usedom auch nicht initial gegrüßt, weil es sich hier creepy anfühlt. Im ersten Moment wundert man sich vielleicht, aber ich kann das nach kurzem Nachdenken sehr gut verstehen. Wobei es schon auch verrückt ist. Während man als Typ wann immer man Lust hat da so die Strecke langwackelt, sich Null Gedanken macht, das Abendlicht genießt und zwischenmenschlich ständig nette Rückmeldungen bekommt, bedeutet die ganze Situation für Frauen eher eine ständige latente Gefahr. Sobald die Sonne runter ist, sieht man nachvollziehbarerweise gar keine Frau mehr alleine laufen. Wenn man nur dieses eine winzige Element mal auf ein ganzes Leben hochrechnet, dann macht das doch einen gewaltigen Qualitätsunterschied aus. Das sind so Punkte, über die ich jetzt öfter nachdenke. Ich will einfach auch verstehen, wo diese tiefen Emotionen bei „Gender-Themen“ herkommen. Das muss ja Gründe haben, die nur oft außerhalb der eigenen männlichen Erfahrungswelt liegen. Ich versteh immer gar nicht, wie man das nicht verstehen wollen kann. Stichwort Neugier. Analog dann bei #MeTwo & Co. Es ist in der heutigen Welt und wenn wir künftig gut zusammenleben wollen ja zunehmend eine Kernaufgabe – Dinge zu versuchen zu verstehen, die außerhalb der eigenen Erfahrungswelt liegen. Ich übe mal weiter.

Jeder Tag im Internet so

 

Etwas Gutes passiert. – „Aber es hat auch Nachteile.“

Etwas Gutes passiert. – „Aber es hätte auch besser sein können.“

Etwas Gutes passiert. – „Das ist aber nicht neu.“

Jüngst immer beliebter: Etwas Gutes passiert. – „Das ist Fake News.“