Der Medienwandel als Blütezeit der hinkenden Vergleiche

Vergleiche hinken bekanntlich immer. Manche liegen aber schon förmlich am Boden – oder man selbst nach der Lektüre … ;)

Besonders hübsch finde ich den von Ralf Frenzel, Verleger des Tre Torri Verlages, der mir in der Oktober-Ausgabe des buchreport.magazin über den Weg gelaufen ist:

Ohne die Gewürze Bits und Bytes geht es also nicht …
Ja, aber das gedruckte Buch wird immer die Herleitung sein. Es gab in den 70er-Jahren die Schlagzeile „Das Kino ist tot, es lebe das Video“. Wo ist denn heute das Video und wo ist die DVD? Das Kino ist immer noch das wichtigste Medium, um einen großen Film wirklich in den Markt zu heben. Dass die Verwertungsstufen schneller aufeinander folgen, ist eine andere Frage.

Da passt aus meiner Sicht einiges nicht zusammen: Die Zeit seit den 1970ern ist nur bedingt vergleichbar mit der durch das Internet dominierten Zeit. Ich glaube auch nicht, dass das E-Book zum papiernen Buch im gleichen Verhältnis steht, wie die DVD zum Kino. Da gibt es ganz grundlegende technische Unterschiede. Ich glaube weiterhin nicht, dass das gedruckte Buch immer die Herleitung für digitale Bücher sein wird, sondern eher anders herum. Das besonders Erfolgreiche wird auch künftig zu Papier gebracht werden. Dafür muss es sich aber im digitalen Raum bewährt und eine Nachfrage aufgezeigt haben. Außerdem bleibt noch die Frage, wie groß dieser Markt für Gedrucktes sein wird im Vergleich zu heute. Nur dass einer existieren wird, heißt ja noch nicht, dass sich alle heutigen Akteure auch zukünftig dort werden betätigen können.

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