Wer sind Sie und wie bringen Sie Menschen zusammen?
Ich bin Friederike Busch und leite verschiedene Projekte beim Veranstaltungsforum Holtzbrinck Publishing Group. Unser Büro in Berlin vernetzt über interne Konferenzen die Verlage und ihre Mitarbeiter*innen von Holtzbrinck untereinander. Über unsere öffentlichen Veranstaltungen bringen wir darüber hinaus ganz viele unterschiedliche Menschen zusammen, die mit Podiumsgästen z.B. über Wissenschaft diskutieren oder auf Lesungen mit Autor*innen ins Gespräch kommen. Privat versuche ich über Twitter auf tolle Leute aufmerksam zu machen. Gerade weil ich mich irgendwie für alles interessiere ergeben sich da schöne interdisziplinäre Begegnungen.
Was bedeutet für Sie Community bzw. Gemeinschaft?

Welche Veranstaltung hat Sie zuletzt so richtig begeistert?

Welche Sprecherinnen*, Moderatorinnen* oder Künstlerinnen* haben Sie zuletzt so richtig begeistert?
Die eben erwähnten, dann auch Teresa Bücker, was wären wir ohne ihre klaren Statements und Einordnungen, Kristina Musholt weil sie so unglaublich gut formuliert und klug argumentiert, Tijen Onaran, die wie keine andere Frauen stärkt, die richtigen Menschen zusammen bringt und damit die Digitalisierung vorantreibt, die Schriftstellerin Sharon Dodua Otoo, weil sie so wahnsinnig gut die Notwendigkeit eines offenen Kulturbegriffs erklärt, die Autorin Yaa Gyasi, weil sie sehr, sehr gut schreibt und es eine Freude ist, ihr zuzuhören, Nikola Richter und Karla Paul, weil sie so viel für das Digitale Publizieren und Lesen tun. Und Jule Specht, die ganz viel Kraft in die Verbesserung der Bedingungen der Wissenschaftler*innen tut und sehr gut auf der Bühne spricht!
Welcher ist Ihr liebster Veranstaltungsraum/-ort?
Das Funkhaus Berlin ist super und das Radialsystem für große Veranstaltungen, weil die Räume so viele Möglichkeiten für verschiedenen Formate und Präsentationen bieten. Für kleine Veranstaltungen ist der Salon am Moritzplatz ein Traum, perfekt erreichbar und gemütlich eingerichtet.
Welche Event- oder Begegnungsformate gibt es noch zu wenig?
Ich bin immer sehr begeistert, wie engagiert Schüler*innen bei unseren Veranstaltungen mitdiskutieren und wie toll sie auch in unseren Picador at School Workshops schreiben! Deswegen würde ich gerne mehr Veranstaltungen für Schüler*innen sehen, die sie auch auf die Bühne holen. Junge Menschen bekommen zu wenig Gehör und werden nicht ernst genug genommen. Warum lassen wir sie nicht mal zu Bildung diskutieren? Warum hören wir ihnen nicht viel mehr zu, wenn es um die Zukunft, das Klima und unser Zusammenleben geht? Kinder und Jugendliche an die Macht!
Wie messen Sie den Erfolg von Veranstaltungen und wie könnte das noch besser gelingen?
Wir haben eigentlich fast nur lange Veranstaltungsreihen, die wir aufbauen, damit Themen langfristig behandelt werden können und sich eine Community aufbauen kann. Wir schauen uns Statistiken zu unseren Veranstaltungen an und sehen, wie sich die Anmeldezahlen verändern. Erfolg zeigt sich dadurch, dass Menschen wiederkommen, aber natürlich auch dadurch, dass man ganz neue Leute dazubekommt und begeistern kann. Wir bekommen viel direktes Feedback bei Veranstaltungen vor Ort oder kurz danach, aber es wäre gut, wenn man noch eine Möglichkeit hätte, detailliertes Feedback einzusammeln. Auf eine nette, persönliche Art. Emails sind dafür nicht geeignet. Eine Eventapp wäre dafür eigentlich ganz gut, aber die Barriere, die sich extra herunterzuladen ist für die Teilnehmer*innen zu hoch.
Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?
Alle Menschen, Unternehmen, Stiftungen, die Projekte umsetzen wollen, die im Bereich Wissenschaft, Politik und Literatur uns alle voranbringen, fordern und Spaß machen.
Wo finden wir Sie im Internet?
www.vf-holtzbrinck.de, www.picadorprof.de, www.sfischergastprofessur.de, @picadorprof, @VFHOLTZBRINCK
Und zu guter Letzt: Wem sollten wir diese Fragen auch mal stellen – wer ist aus Ihrer Sicht eine großartige Menschenvernetzerin*?
Tijen Onaran natürlich. Aber die hast Du wahrscheinlich schon gefragt. 🙂 Janika Gelinek und Sonja Longolius, die ein so tolles Programm im Literaturhaus zusammenstellen, dass ich da gerne gleich einziehen würde.
Foto (c) Phil Dera
* Männer sind mitgemeint


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