Wer sind Sie und was machen Sie?
Ich bin Facharzt für Anästhesiologie und Allgemeinmedizin und behandele seit 25 Jahren ausschließlich Patienten mit dauerhaften Schmerzen. Dies hat mir natürlich einen tiefen Einblick in die Seele Betroffener gegeben, aber auch jede Menge berührender, rätselhafter, erstaunlicher oder einfach spannender und lehrreicher Begegnungen in mir hinterlassen. Und jetzt, wo ich meine klinische Tätigkeit reduziert habe, schreibe ich hierüber Fallgeschichten. Ich habe dabei einerseits einen literarisch-narrativem Anspruch, »verstecke« darin aber andererseits auch populärwissenschaftlich fundiertes Wissen zum Thema »Schmerz«.
Was ist das Thema Ihres Buches?
Der Inhalt meines aktuellen Buches »Heimweh nach Glück« ist diesbezüglich etwas ungewöhnlich. Es sind lyrische Texte für Menschen mit Schmerzen in Körper und Seele, ein ungewöhnlicher Ansatz der Schmerztherapie mit Worten. Es ergänzt sozusagen mein Hauptanliegen weiterer narrativ-medizinischer Sachbücher.
Wer sollte es lesen und warum?
All jene, die Menschen mit dauerhaften Schmerzen in ihrer Umgebung haben oder unter solchen leiden. Und natürlich jene, denen lyrische Texte wertvoll sind. Diese beleuchten die Gefühlswelt von Schmerzpatienten und Betroffene finden sich darin sicher wieder.
Wo ist Ihr Buch erhältlich?
Im Buchhandel, Onlinehandel und beim Verlag BoD.
Wie sieht Ihr Schreibprozess aus?
Ich arbeite derzeit noch an 3 Tagen mit reduzierter Arbeitszeit. Die übrige Zeit nutze ich zum Schreiben, auch auf meinen Vortragsreisen. Ich habe überall kleine Büchlein herumliegen, in denen ich Erlebnisse, kreative Ideen, literarische Formulierung und Erinnerungen an besondere Patienten in jenem Moment festhalten kann, in dem sie mir einfallen.
Welche Tools nutzen Sie zum Schreiben?
Ich arbeite mit Word. Da ich mich durch Sprechstunde und Vorträge mit Sprache leichttue, diktiere ich viele Fallgeschichten auch digital bei längeren Spaziergängen. Diese übertrage ich mit Spracherkennung und dann kommt der schwerste und längste Teil, die literarische Bearbeitung.
Welche Veröffentlichungen sind perspektivisch noch geplant?
In den kommenden Wochen stelle ich ein weiteres narrativ-literarisches, populärwissenschaftliches Sachbuch fertig. Der Arbeitstitel ist »Schmerzen – Leid, Rätsel, Faszination« (Untertitel: Erstaunliche und berührende Fallgeschichten aus der schmerztherapeutischen Praxis). Und nun hoffe ich natürlich auf das Interesse einer Agentur oder eines Verlages.
Wo finden wir Sie im Internet?
Meine Interims-Homepage ist www.schmerzpraxis-wiesbaden.de, ab 1. Oktober 2025 dann unter der neuen Homepage www.kai-uwe-kern.de.
Zum Abschluss: Welches Buch von anderen hat Sie zuletzt beeindruckt?
Mich faszinieren andere narrativ-medizinische Autoren wie Oliver Sachs, Atul Gawande, Lori Gottlieb oder Irvin Yalom. Besonders beeindruckt hat mich dessen letztes Buch »Denn alles ist vergänglich: Geschichten aus der Psychotherapie«.
Foto (c) privat


