Matthias Matting aka Brandon Q. Morris: Mit A7L Books wollen wir gute Science Fiction von Kontinent zu Kontinent bringen

Die Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von Menschen beantwortet, die »was mit Büchern« bzw. Publishing machen. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen und Publisher*innen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen sichtbar werden lassen. Unser Ziel ist es, die Leute damit noch enger in den Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern oder im Bereich Publishing?

Matthias Matting aka Brandon Q. Morris: Mit A7L Books wollen wir gute Science Fiction von Kontinent zu Kontinent bringen

Ich heiße Matthias Matting und Brandon Q. Morris (beides steht im Pass) und bin Science-Fiction-Autor und gemeinsam mit Joshua Tree Gründer des Verlags A7LBooks.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Bis gerade eben – jetzt ist es gleich ein Uhr nachts – habe ich eine neue eingetroffene Übersetzung lektoriert. Mit unserem Verlag wollen wir gute Science Fiction von Kontinent zu Kontinent bringen. Tagsüber, also etwa von 11 bis 17 Uhr, schreibe ich an meinen eigenen Romanen. Derzeit ist der zweite Teil eines Space-Epos namens »Tachyon« in Arbeit, das bei Fischer TOR erscheinen wird. Nachts (ich liebe ruhige Nächte!) widme ich mich der Verlagsarbeit, sowohl für mich selbst als auch für unsere Verlags-Autorinnen und -Autoren. Ich schreibe Newsletter, bereite Social-Media-Beiträge vor, korrespondiere mit Coverdesignern und Übersetzerinnen.

Wie verändert sich Ihre Arbeit (z.B. durch die fortschreitende Digitalisierung)?

Sie wird einfacher! Ich hätte mir das selbst nie träumen lassen. Heute können wir unsere Verlagstitel für A7LBooks in schicker Klappenbroschur drucken und im Barsortiment vertreiben lassen, ohne die Garage für Buchpaletten freiräumen zu müssen. Das übernimmt unser Partner Nova MD. Unsere E-Books sind in Minuten auf allen Portalen gelistet. Übersetzerinnen, Grafiker oder Lektorinnen finden wir dank des Internets in aller Welt, und selbst der Zahlungsverkehr funktioniert reibungslos.

Welche Erfolge konnten Sie in letzter Zeit feiern?

Unser erstes Buch »Das Genesis-Signal« von Dominik A. Meier hat die Amazon-Charts erobert. Das ist ganz frisch.

Wo hakt es? Was ist eine Herausforderung, für die Sie eine Lösung suchen?

Der Hörbuchmarkt wächst zwar stark, ist aber noch schwierig zu knacken. Wir arbeiten hier mit Bookwire zusammen, aber auf der Produktionsseite könnten wir noch Unterstützung gebrauchen. Unsere Produktionszyklen sind sehr kurz, deshalb brauchen wir zuverlässige Partner. Unser Jahresprogramm wird bei etwa dreißig Titeln liegen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Autorinnen und Autoren – mit einem Aber: Wir betreuen all unsere Verlagstitel, als wären es unsere eigenen Bücher. Das heißt auch, dass wir uns beschränken müssen. Am liebsten ist uns eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir sind daran interessiert, Autorennamen auf einem neuen Markt aufzubauen. Das bedingt eine enorme Anfangsinvestition, die sich selten mit dem ersten Titel rechnet. Ein gewisses Portfolio, aus dem ein Autor oder eine Autorin schöpfen kann, wäre also ideal. Das können auch bisher ungenutzte Übersetzungsrechte aus Verlagsverträgen sein. Wenn jemand aus dem Rechtemanagement eines anderen Verlags bei uns anklopfen würde, könnten sich auch interessante Perspektiven ergeben. Mit derzeit neun Autorinnen und Autoren liegt aber auch schon einiges an Arbeit vor uns.

Wo finden wir Sie im Internet?

Am besten sind wir auf unserer zweisprachigen Website a7lbooks.de zu finden, aber auch bei Facebook.

Wen sollten wir auch mal fragen? Wer macht Zukunftsweisendes im Publishing?

Der Selfpublisher-Verband, den ich vor gar nicht so vielen Jahren selbst mitgegründet habe, hat sich unter seinem Vorstandsteam ganz großartig herausgemacht.

 

Foto (c) privat

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