Ulrike Parthen: Das intuitive Schreiben eines heiteren Romans ist heilsam

Die folgenden Fragen unserer Interviewreihe werden seit 2009 regelmäßig von interessanten Menschen beantwortet, die »was mit Büchern« bzw. Publishing machen, und hier im Blog veröffentlicht. Dadurch entstehen Beiträge, die zum einen Aufmerksamkeit auf Buchmenschen und Publisher*innen lenken und die zum anderen Veränderungen und Herausforderungen in den unterschiedlichsten Bereichen des Publishing sichtbar werden lassen. Unser Ziel damit ist es, die Menschen noch enger in den Kontakt und Austausch zu bringen.

Wer sind Sie und was machen Sie mit Büchern oder im Bereich Publishing?

Ulrike Parthen: Das intuitive Schreiben eines heiteren Romans ist heilsam

Ich bin freiberufliche Autorin sowie Ghostwriterin und das Schreiben begleitet mich schon ewig. In einer gesundheitlichen Krise hatte ich am tiefsten Tiefpunkt eine Eingebung: »Aus diesen schlimmen Erfahrungen mache ich ein Buch!« Im Prinzip recht naheliegend, wenn man Autorin und Ghostwriterin ist. Dann schrieb ich einfach intuitiv – ohne mir vorher über das Konzept Gedanken zu machen oder darüber, mit was ich beginnen oder wie ich gar enden soll. Meine Erkenntnisse daraus: Das intuitive Schreiben eines heiteren Romans ist heilsam. Inzwischen weiß ich auch, warum und setze nachfolgende Stilmittel bewusst dafür ein:

  • Aus Drama wird Komödie, das erzeugt einen wichtigen Perspektivwechsel.
  • Ich abstrahiere, lasse weg, ergänze phantasievoll und kreiere damit eine Mischung aus Realität und Fiktion. Das sowie die frei erfundenen Romanfiguren schaffen die nötige Distanz.
  • Die grundlegende Message bleibt trotz Fiktion und Romanfiguren erhalten.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich bin ein früher Vogel und sitze oft um halb sechs schon am Rechner. Allerdings gehöre ich nicht zu denjenigen Autoren, die stundenlang nonstop in die Tasten hauen. Ich brauche kurze Pausen dazwischen, gehe dann in den Wald, mache meine Pilates- oder Entspannungsübungen. Wenn ich mal im Flow bin, schaffe ich dennoch 150 Buchseiten durchaus in drei Wochen – ohne, dass es sich wie Arbeit anfühlt. Ich tauche dabei völlig ab in meine eigene Welt, und die ist magisch.

Wie verändert sich Ihre Arbeit (z.B. durch die fortschreitende Digitalisierung)?

Die tiefgreifendste Veränderung für mich war die Erkenntnis des intuitiven Schreibens, siehe Frage eins. Das hat mich persönlich sehr bewegt und tut es immer noch – auch wenn ich Werke als Ghost verfasse.

Welche Erfolge konnten Sie in letzter Zeit feiern?

Das lässt sich in wenigen Worten beschreiben: 8 Bücher in 7 Monaten. Was ich da geleistet habe, wurde mir erst hinterher bewusst und empfinde ich als einen tollen »Erfolg« – auch wenn darunter einige Kurzromane mit etwas weniger Umfang sind. Zählt man den gesamten Prozess mit Gestaltung, Coverdesign, Buchsatz usw. mit dazu, die ich ja immer mit begleite, ist das eine stolze Leistung, auf die ich ein bisschen stolz bin.

Wo hakt es? Was ist eine Herausforderung, für die Sie eine Lösung suchen?

Wie alle Indie-Autoren ist die Vermarktung der Bücher ein großes Thema. Als One-Woman-Show, die nebenbei ja auch noch ihre Dienstleistung als Ghost anbietet, komme ich da durchaus an meine zeitlichen Grenzen. Ich würde mir wünschen, hier effektiver voranzukommen. Es ist recht mühsam und bedingt viele kleine Schritte, die eine Menge Zeit fressen.

Wer sollte Sie ggf. kontaktieren? Welche Art von Kontakten wäre hilfreich?

Podcaster, Redakteure, Blogger. Es ist mir ein großes Anliegen, meine Geschichte als Inspiration für andere Menschen in die Welt zu rufen. Das intuitive Schreiben kann so viel bewirken und ich gebe meine Erfahrungen hier gern weiter, denn das kann auch jeder Nicht-Autor für sich zu Hause selbst praktizieren.

Wo finden wir Sie im Internet?

Ich freue mich über den persönlichen Kontakt zu meinen Lesern und nehme mir dafür auf jeder Plattform die nötige Zeit:

 

Foto (c) Verlag


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